„Also“, sagt da Sepp beim Sonntagskaffee, „mein Nachbar hat jetzt ein intelligentes Haus.“
Onkel Franz schaut über die Zeitung.
„Ein was?“
„Smart Home.“
„Aha.“
„Alles vernetzt.“
„Was heißt alles?“
Sepp zählt an den Fingern ab.
„Licht.“
„Ja.“
„Heizung.“
„Ja.“
„Rollläden.“
„Ja.“
„Tür.“
„Ja.“
„Staubsauger.“
„Ja.“
„Und irgendein Lautsprecher, mit dem man reden kann.“
Onkel Franz legt die Zeitung endgültig weg.
„Und was macht der Nachbar noch selber?“
Sepp nickt.
„Genau des hab i auch gefragt.“
Der Tisch lacht.
„Er sagt: ‚Sepp, komm vorbei, i zeig dir mein Smart Home.‘“
„Und du?“
„I sag: ‚Freili.‘“
„Weil wenn ein Haus intelligenter is als sein Besitzer, möcht i des sehen.“
Gelächter.
„Was war das Erste?“
„Licht.“
„Natürlich.“
„Wir kommen rein.“
„Ja.“
„Er sagt: ‚Licht Wohnzimmer an.‘“
„Und?“
„Es geht an.“
„Praktisch.“
Sepp zuckt mit den Schultern.
„I hab früher einen Schalter gehabt.“
Der Tisch lacht.
„Aber du musst nichts anfassen.“
„Franz.“
„Ja?“
„Der Lichtschalter war nie mein körperliches Hauptproblem.“
Gelächter.
„Dann sagt er: ‚Licht auf fünfzig Prozent.‘“
„Und?“
„Wird dunkler.“
„Siehst du.“
„Dann dreißig Prozent.“
„Noch dunkler.“
„Ja.“
„Dann warmweiß.“
„Und?“
„Anders weiß.“
„Das ist gemütlicher.“
Sepp schaut skeptisch.
„I wusste bis gestern nicht, dass Weiß Temperaturen hat.“
Der Tisch lacht.
„Kelvin.“
„Bitte nicht.“
„Was?“
„Jetzt fangen wir nicht auch noch mit Kelvin an.“
Gelächter.
„Dann sagt mein Nachbar: ‚Du kannst jede Lampe einzeln steuern.‘“
„Praktisch.“
„Also i frag: ‚Warum?‘“
„Und?“
„Er sagt: ‚Weil’s geht.‘“
Sepp nickt langsam.
„Das ist offenbar ein wichtiges Argument in der Technik.“
Der Tisch lacht.
„Dann darfst du selber.“
„Ja.“
„Was sagst?“
„‚Licht an.‘“
„Und?“
„Nix.“
„Warum?“
„I war angeblich zu leise.“
„Also nochmal.“
„I sag lauter: ‚LICHT AN.‘“
„Und?“
„Küche geht an.“
Gelächter.
„Falscher Raum.“
„Genau.“
„Dann sag i: ‚Wohnzimmer!‘“
„Und?“
„Küche wieder aus.“
Der Tisch lacht.
„Da hab i zum Schalter geschaut.“
„Und?“
„Der war direkt neben mir.“
Gelächter.
„Hast ihn gedrückt?“
„Na.“
„Warum nicht?“
„I wollte nicht gleich aufgeben.“
„Technischer Ehrgeiz.“
„I hab zwanzig Jahre lang einen Videorekorder programmiert. Mich besiegt keine Glühbirne.“
Der Tisch lacht.
„Dann klappt’s?“
„Beim vierten Versuch.“
„Na also.“
„Ja.“
„Für etwas, das früher eine halbe Sekunde gedauert hat.“
Gelächter.
„Dann Heizung.“
„Smartes Thermostat.“
„Ja.“
„Das ist tatsächlich sinnvoll.“
Sepp nickt.
„Des fand i auch interessant.“
„Temperatur automatisch.“
„Genau.“
„Wenn keiner da ist, runter.“
„Ja.“
„Bevor man heimkommt, wieder hoch.“
„Ja.“
„Spart Energie.“
„Des gefällt mir.“
„Siehst du.“
„Aber dann sagt mein Nachbar: ‚Die Heizung lernt deine Gewohnheiten.‘“
„Ja.“
Sepp wird still.
„Meine Heizung beobachtet mich.“
„So kann man’s nennen.“
„Warum muss die wissen, wann i aufsteh?“
„Damit’s warm ist.“
„I kann doch selber drehen.“
„Aber automatisch ist komfortabler.“
Sepp denkt nach.
„Bis die Heizung beschließt, dass i sonntags um sieben aufsteh.“
„Stehst du nicht?“
„Na.“
„Wann?“
„Das geht die Heizung nix an.“
Gelächter.
„Dann Fensterkontakt.“
„Was macht der?“
„Wenn Fenster offen, Heizung aus.“
Sepp nickt anerkennend.
„Des ist gescheit.“
„Siehst du.“
„Meine Frau macht des seit vierzig Jahren.“
Der Tisch lacht.
„Ohne Batterie.“
Gelächter.
„Dann zeigt er mir eine App.“
Sepp verzieht das Gesicht.
„Natürlich.“
„Alles in einer App.“
„Licht.“
„Ja.“
„Heizung.“
„Ja.“
„Rollläden.“
„Ja.“
„Steckdosen.“
„Ja.“
„Tür.“
„Ja.“
„Kamera.“
„Ja.“
Sepp lehnt sich zurück.
„Früher hatte ein Haus Zimmer.“
„Und heute?“
„Menüs.“
Der Tisch lacht.
„Aber du kannst alles von unterwegs kontrollieren.“
„Das hat er auch gesagt.“
„Ist doch praktisch.“
„I sitz beim Bäcker.“
„Ja.“
„Und kann schauen, ob daheim das Badlicht brennt.“
„Genau.“
„Franz.“
„Ja?“
„Wenn i beim Bäcker sitz, will i über die Brezn nachdenken.“
Gelächter.
„Aber wenn du vergessen hast, das Licht auszuschalten?“
„Dann brennt’s halt zehn Minuten.“
„Energie.“
„Für die App braucht das Handy auch Strom.“
Der Tisch lacht.
„Dann Rollläden.“
„Automatisch?“
„Natürlich.“
„Morgens hoch, abends runter.“
„Ja.“
„Nach Sonnenaufgang.“
„Ja.“
„Oder Uhrzeit.“
„Ja.“
„Oder Temperatur.“
„Ja.“
Sepp hält inne.
„Da gibt’s erstaunlich viele philosophische Möglichkeiten für einen Rollladen.“
Gelächter.
„Was hast ausprobiert?“
„Mein Nachbar sagt: ‚Mach mal Abendmodus.‘“
„Und?“
„Rollläden runter.“
„Ja.“
„Licht wird gedimmt.“
„Ja.“
„Fernseher geht an.“
„Ja.“
„Temperatur auf einundzwanzig.“
„Ja.“
„Sehr gemütlich.“
„Siehst du.“
Sepp nickt.
„War schon gut.“
„Na also.“
„Bis wir gemerkt haben, dass es halb drei Nachmittag war.“
Der Tisch lacht.
„Dann steht man plötzlich im künstlichen Abend.“
„Routine.“
„Genau.“
Sepp hebt den Finger.
„Routinen.“
„Praktisch.“
„Er hat eine Routine ‚Guten Morgen‘.“
„Was macht die?“
„Rollläden hoch.“
„Ja.“
„Licht Küche an.“
„Ja.“
„Heizung Bad.“
„Ja.“
„Radio.“
„Ja.“
„Kaffeemaschine.“
„Sehr gut.“
Sepp wird interessiert.
„Bei der Kaffeemaschine hab i aufgepasst.“
„Natürlich.“
„I sag: ‚Kann die wirklich Kaffee machen?‘“
„Und?“
„Er sagt: ‚Ja.‘“
„Perfekt.“
„Dann sagt er: ‚Du musst aber abends Wasser und Bohnen auffüllen und eine Tasse drunterstellen.‘“
„Also muss i den Kaffee vorbereiten.“
„Ja.“
„Damit die Maschine ihn morgens automatisch macht.“
„Genau.“
Sepp schaut in die Runde.
„Das ist Frühstück mit Projektmanagement.“
Gelächter.
„Trotzdem bequem.“
„Ja.“
„Würdest du nehmen.“
„Vielleicht.“
„Dann Staubsaugerroboter.“
Sepp beginnt zu grinsen.
„Der kleine Runde.“
„Genau.“
„Der war mein Favorit.“
„Warum?“
„Weil der wirklich arbeitet.“
Der Tisch lacht.
„Der fährt selber.“
„Ja.“
„Saugt.“
„Ja.“
„Findet zurück.“
„Meistens.“
„Was heißt meistens?“
Sepp lehnt sich vor.
„Mein Nachbar startet ihn.“
„Ja.“
„Der Roboter fährt los.“
„Ja.“
„Unter den Tisch.“
„Ja.“
„Um die Stühle.“
„Ja.“
„An der Couch entlang.“
„Ja.“
„Dann ins Esszimmer.“
„Ja.“
„Und plötzlich frisst er einen Schnürsenkel.“
Gelächter.
„Passiert.“
„Dann steht er da.“
„Fehlermeldung.“
„Natürlich.“
„Was steht?“
„Bürste blockiert.“
„Und?“
„Mein Nachbar muss hin.“
„Ja.“
„Roboter hochheben.“
„Ja.“
„Schnürsenkel rausziehen.“
„Ja.“
Sepp lächelt.
„Da war die Rollenverteilung wieder klar.“
Der Tisch lacht.
„Aber danach saugt er weiter.“
„Ja.“
„Schon praktisch.“
„Sehr.“
„Würdest du kaufen?“
Sepp überlegt.
„Wenn er auch Fenster putzt.“
„Kann er nicht.“
„Dann hat die Zukunft noch Arbeit.“
Gelächter.
„Und die Haustür?“
Sepp wird ernst.
„Smartes Schloss.“
„Ohne Schlüssel.“
„Ja.“
„Mit Handy.“
„Oder Code.“
„Oder Fingerabdruck.“
„Oder automatisch.“
Sepp schaut irritiert.
„Automatisch?“
„Wenn dein Handy in der Nähe ist.“
„Dann geht die Tür auf?“
„Je nach Einstellung.“
Sepp schüttelt den Kopf.
„I möcht schon beteiligt sein, wenn meine Haustür aufgeht.“
Der Tisch lacht.
„Ist sicher.“
„Das sagt mein Nachbar auch.“
„Verschlüsselt.“
„Ja.“
„Und wenn du Schlüssel verlierst, kein Problem.“
„Richtig.“
„Was stört dich?“
Sepp denkt nach.
„Wenn der Akku leer ist.“
„Dann gibt’s Notlösungen.“
„Welche?“
„Notstromkontakt, Schlüssel, je nach System.“
„Also am Ende doch wieder Schlüssel.“
Gelächter.
„Für Notfälle.“
„I mag Technik, die zur Sicherheit noch die Technik von vorher mitbringt.“
Der Tisch lacht.
„Türklingel mit Kamera?“
„Hat er.“
„Und?“
„Es klingelt.“
„Ja.“
„Handy zeigt, wer draußen steht.“
„Praktisch.“
„Sehr.“
„Dann kannst du mit demjenigen reden.“
„Ja.“
„Auch wenn du nicht da bist.“
„Genau.“
Sepp nickt.
„Das fand i beeindruckend.“
„Na also.“
„Bis der Paketbote geklingelt hat.“
„Was war?“
„Mein Nachbar redet über das Handy: ‚Stellen Sie’s bitte hinter die Bank.‘“
„Ja.“
„Der Paketbote schaut in die Kamera.“
„Ja.“
„Sagt: ‚Welche Bank?‘“
„Und?“
„Mein Nachbar: ‚Links neben der Tür.‘“
„Ja.“
„Paketbote geht rechts.“
Der Tisch lacht.
„Technik funktioniert.“
„Menschen bleiben Menschen.“
Gelächter.
„Dann zeigt er mir die Steckdosen.“
„Smarte Steckdosen.“
„Ja.“
„Kannst Geräte ein- und ausschalten.“
„I weiß.“
„Zeitpläne.“
„Ja.“
„Strom messen.“
„Ja.“
„Praktisch.“
„Sehr.“
„Was hast angeschlossen?“
„Eine Lampe.“
„Natürlich.“
„Dann sagt er: ‚Du kannst die auch von unterwegs ausschalten.‘“
Sepp schaut Onkel Franz an.
„Ich stand direkt davor.“
Gelächter.
„Aber theoretisch.“
„Technik ist erstaunlich oft für Situationen gedacht, in denen man gerade nicht da ist.“
Der Tisch lacht.
„Dann kam das WLAN.“
Sepp wird still.
„Jetzt sind wir beim Kern.“
„Was war?“
„Plötzlich geht nix mehr.“
„Internet weg?“
„WLAN.“
„Und dann?“
Sepp zählt wieder.
„Licht reagiert nicht.“
„Ja.“
„Lautsprecher reagiert nicht.“
„Ja.“
„App sagt Geräte nicht erreichbar.“
„Ja.“
„Rollläden überlegen.“
„Ja.“
„Thermostat hat schlechte Laune.“
„So ungefähr.“
„Staubsauger ist offline.“
„Ja.“
Sepp schaut fassungslos.
„Das ganze Haus hat gleichzeitig vergessen, dass es ein Haus ist.“
Der Tisch lacht.
„Router neu starten.“
„Das sagt mein Nachbar auch.“
„Und?“
„Wir stehen vor dem Router.“
„Ja.“
„Drei Lichter.“
„Ja.“
„Eins blinkt.“
„Ja.“
„Eins nicht.“
„Ja.“
„Mein Nachbar schaut.“
„Ja.“
„I schau.“
„Ja.“
„Router schaut zurück.“
Gelächter.
„Dann?“
„Stecker raus.“
„Klassiker.“
„Zehn Sekunden warten.“
„Ja.“
„Stecker rein.“
„Ja.“
„Dann warten.“
„Ja.“
„Noch warten.“
„Ja.“
„Dann gehen nacheinander die Lichter an.“
„Und?“
Sepp macht eine feierliche Pause.
„Das Haus lebt wieder.“
Der Tisch lacht.
„Licht geht.“
„Ja.“
„Heizung.“
„Ja.“
„Rollläden.“
„Ja.“
„Alles wieder da.“
„Genau.“
Sepp hebt den Finger.
„Und da hab i meine wichtigste Frage gestellt.“
„Welche?“
„Warum brauch i WLAN, damit des Licht angeht?“
Gelächter.
„Der Schalter geht trotzdem.“
„Zum Glück.“
„Siehst du.“
„Genau.“
Sepp nickt energisch.
„Der Schalter hat in dem Moment die gesamte Digitalisierung gerettet.“
Der Tisch lacht.
„Smart Home braucht immer noch manuelle Bedienung.“
„So soll’s sein.“
„Fallback.“
„Was?“
„Fallback.“
Sepp schaut Onkel Franz an.
„Schalter.“
Gelächter.
„Dann Sprachsteuerung.“
„Die machen wir ein anderes Mal.“
„Warum?“
Sepp lehnt sich zurück.
„Weil das Ding meinen Dialekt noch nicht verdient hat.“
Der Tisch lacht.
„Aber ein bisschen hast du probiert.“
„Ja.“
„Was gesagt?“
„‚Mach’s Licht aus.‘“
„Und?“
„Nix.“
„Dann Hochdeutsch.“
„‚Licht ausschalten.‘“
„Und?“
„Aus.“
Sepp schüttelt den Kopf.
„Mein eigenes Haus und i soll Hochdeutsch reden.“
Gelächter.
„Das wäre für dich ein Ausschlusskriterium.“
„Hundert Prozent.“
„Dann lieber Schalter?“
„Im Moment.“
„Aber wenn die Sprachsteuerung Bayerisch versteht?“
Sepp überlegt.
„Dann reden wir.“
Der Tisch lacht.
„Was ist mit Datenschutz?“
Sepp schaut sofort zum Lautsprecher.
„Hab i auch gefragt.“
„Und?“
„Mein Nachbar erklärt mir fünf Minuten, wann das Gerät zuhört.“
„Aktivierungswort.“
„Ja.“
„Es hört auf das Aktivierungswort.“
„Genau.“
Sepp betrachtet seinen Kaffee.
„Das bedeutet aber, es muss zuhören, ob ich das Aktivierungswort sage.“
„Technisch gesehen—“
Sepp hebt die Hand.
„Franz.“
„Schon gut.“
„I sag zum Nachbarn: ‚Also hört’s zu.‘“
„Und?“
„Er sagt: ‚Nicht so, wie du meinst.‘“
„Das ist ein Satz, der selten beruhigt.“
Der Tisch lacht.
„Kannst Mikrofon ausschalten.“
„Hat er gezeigt.“
„Taste.“
„Ja.“
„Dann ist Ruhe.“
„Genau.“
Sepp nickt.
„Des gefällt mir.“
„Analoges Knöpfchen.“
„Am Ende retten immer die Knöpfe den Fortschritt.“
Gelächter.
„Und Lichtfarben?“
Sepp verdreht die Augen.
„Bitte.“
„Was?“
„Mein Nachbar hat 16 Millionen Farben.“
„Smart Lamp.“
„Ja.“
„Rot.“
„Ja.“
„Blau.“
„Ja.“
„Grün.“
„Ja.“
„Lila.“
„Ja.“
„Was hast gewählt?“
Sepp schaut ernst.
„Licht.“
Der Tisch lacht.
„Welche Farbe?“
„Hell.“
Gelächter.
„Das ist keine Farbe.“
„Für mich schon.“
„Warmweiß?“
„Ja.“
„Wie viel Kelvin?“
Sepp zeigt warnend auf Onkel Franz.
„Franz.“
Der Tisch lacht.
„Dann Szenen.“
„Auch noch.“
„Lesen.“
„Ja.“
„Fernsehen.“
„Ja.“
„Entspannen.“
„Ja.“
„Party.“
„Ja.“
Sepp nickt.
„Bei Party wird alles bunt.“
„Schön.“
„I hab gesagt: Wenn bei mir die Küche plötzlich violett ist, ruf i einen Elektriker.“
Gelächter.
„Hast du inzwischen Gefallen daran gefunden?“
Sepp überlegt.
„An Teilen.“
„Welche?“
„Heizung automatisch.“
„Ja.“
„Fenster auf, Heizung aus.“
„Ja.“
„Das ist vernünftig.“
„Ja.“
„Staubsauger.“
„Ja.“
„Wenn er die Schnürsenkel in Ruhe lässt.“
„Ja.“
„Türkamera.“
„Ja.“
„Und Licht?“
Sepp denkt nach.
„Zeitsteuerung ist gut.“
„Zum Beispiel?“
„Abends draußen automatisch an.“
„Genau.“
„Und wenn man verreist.“
„Anwesenheit simulieren.“
„Des ist praktisch.“
„Siehst du.“
„Aber im Wohnzimmer will i einen Schalter.“
„Den kannst behalten.“
Sepp nickt erleichtert.
„Gut.“
„Smart Home heißt ja nicht, dass alles nur noch digital geht.“
„Dann sollten sie das größer dazuschreiben.“
Der Tisch lacht.
„Würdest du dein Haus umrüsten?“
Sepp schaut zum Fenster.
„Ein bisschen.“
„Wirklich?“
„Ja.“
„Was zuerst?“
„Thermostate.“
„Gut.“
„Dann vielleicht Außenlicht.“
„Ja.“
„Und Staubsauger.“
„Sehr gut.“
„Aber der Router bekommt einen Ehrenplatz.“
„Warum?“
„Weil offenbar das ganze Haus von dem kleinen Kasten abhängt.“
Der Tisch lacht.
„Und was machst, wenn WLAN ausfällt?“
Sepp lächelt.
„Dann hab i einen Plan.“
„Welchen?“
Er hebt langsam den Zeigefinger.
„I geh zum Lichtschalter.“
Gelächter.
„Sehr smart.“
„Freili.“
Die Runde wird ruhiger.
Sepp nimmt einen Schluck Kaffee.
Da schaut er plötzlich zum Fenster.
„Apropos.“
„Was?“
„Mein Nachbar hat mir Zugriff auf sein Smart Home gegeben.“
Onkel Franz wird misstrauisch.
„Warum?“
„Damit i’s ausprobieren kann.“
„Und?“
Sepp holt sein Smartphone heraus.
„Er ist gerade nicht daheim.“
„Sepp.“
„Was?“
„Lass sein Haus in Ruhe.“
Sepp tippt einmal.
„Was hast gemacht?“
Sepp lächelt.
„Wohnzimmerlicht an.“
Der Tisch lacht.
„Mach’s wieder aus.“
„Gleich.“
„Sepp.“
„I muss nur noch ausprobieren, ob die Rollläden funktionieren.“
„SEPP!“
Sepp steckt das Smartphone weg.
„Schon gut.“
„Aber jetzt versteh i Smart Home.“
„Was verstehst?“
Sepp lehnt sich zufrieden zurück.
„Früher hast du dein Haus kontrolliert.“
„Ja.“
„Heute kontrollierst du dein Haus.“
„Ja.“
„Nur halt vom Wirtshaus aus.“
Aber eins nach’m andern.
