„Also“, sagt da Sepp beim Sonntagskaffee, „i bin Elektroauto gefahren.“
Onkel Franz legt langsam die Zeitung weg.
„Du?“
„Ja.“
„Freiwillig?“
Sepp schaut ihn an.
„Franz, i bin technisch aufgeschlossen.“
„Seit wann?“
„Seit gestern.“
Der Tisch lacht.
„Und wie kam’s?“
„Mein Nachbar hat so eins.“
„Elektroauto.“
„Ja.“
„Neu?“
„Sehr.“
„Und?“
„Er sagt: ‚Sepp, fahr halt einmal.‘“
„Und du?“
„I sag: ‚Freili. Aber vorher schauen wir unter die Haube.‘“
Onkel Franz beginnt zu grinsen.
„Warum?“
Sepp hebt beide Hände.
„Na wegen dem Motor.“
„Natürlich.“
„Also Haube auf.“
„Und?“
Sepp schweigt.
„Nix.“
„Gar nix?“
„Na, da war schon was.“
„Was?“
„Ein Fach.“
„Der Frunk.“
Sepp schaut irritiert.
„Der was?“
„Front Trunk.“
„Vorderer Kofferraum.“
„Genau.“
Sepp lehnt sich zurück.
„Da machst beim Auto die Motorhaube auf und findest Gepäck.“
„Bei manchen Elektroautos.“
„Ja.“
„Und was hast gemacht?“
„I hab noch einmal zugemacht.“
„Warum?“
„Weil i dachte, i hab den falschen Deckel erwischt.“
Gelächter.
„Dann wieder auf.“
„Und?“
„Immer noch Kofferraum.“
„Wo ist der Motor?“
„Des hab i auch gefragt.“
„Mein Nachbar sagt: ‚Der sitzt unten an der Achse.‘“
Sepp schaut in die Runde.
„Unten.“
„Ja.“
„Da, wo man ihn nicht sieht.“
„Genau.“
„Des hat mich misstrauisch gemacht.“
„Warum?“
„Ein Motor gehört dahin, wo man ihn anschauen kann.“
Onkel Franz lacht.
„Wozu?“
„Damit man weiß, dass er da is.“
„Beim Kühlschrank schaust auch nicht nach dem Kompressor.“
Sepp zeigt auf ihn.
„Aber beim Kühlschrank fahr i auch keine hundertdreißig.“
Der Tisch lacht.
„Dann steigst ein?“
„Ja.“
„Und?“
„Erster Eindruck: kein Schlüssel.“
„Keyless.“
„Ja.“
„Kennst doch.“
„Na.“
„Du hast doch auch Zentralverriegelung.“
„Das ist was anderes.“
„Warum?“
„Da weiß i wenigstens, wo der Schlüssel is.“
„In der Hosentasche.“
„Genau.“
„Hier auch.“
Sepp winkt ab.
„Dann sagt er: ‚Drück auf die Bremse und auf Start.‘“
„Hast gemacht.“
„Ja.“
„Und?“
Sepp beugt sich vor.
„Nix.“
„Doch.“
„Na.“
„Das Auto war an.“
„Genau das war das Problem.“
Der Tisch lacht.
„I sag: ‚Es tut nix.‘“
„Und dein Nachbar?“
„‚Es läuft.‘“
„Und du?“
„I sag: ‚Woher willst du des wissen?‘“
Gelächter.
„Dann zeigt er aufs Display.“
„Ready.“
„Da stand irgendwas.“
„Und?“
„I hab gesagt: ‚Früher hat ein Auto vibriert, wenn’s bereit war.‘“
„Fortschritt.“
„Früher hat ein Auto wenigstens mitgeteilt, dass es lebt.“
Onkel Franz lacht.
„Und dann?“
„Rückwärtsgang.“
„Wie?“
„Mit so einem kleinen Hebel.“
„Ja.“
„Kaum größer als ein Lichtschalter.“
„Und?“
„I fahr rückwärts.“
„Leise.“
Sepp wird ernst.
„Viel zu leise.“
„Ist doch angenehm.“
„Franz.“
„Ja?“
„Wenn sich zweieinhalb Tonnen bewegen, möcht i akustisch informiert werden.“
Gelächter.
„Hat er keinen künstlichen Fahrton?“
„Schon.“
„Dann passt’s doch.“
„Der klingt aber nicht wie ein Auto.“
„Wie denn?“
Sepp überlegt.
„Wie ein Raumschiff, das höflich durch eine Tiefgarage möchte.“
Der Tisch lacht.
„Dann auf die Straße.“
„Ja.“
„Und?“
Sepp macht eine Pause.
„Schnell.“
„Beschleunigung.“
„Sehr schnell.“
„Elektromotor hat sofort Drehmoment.“
Sepp zeigt auf seine Schwester.
„Des hab i inzwischen auch gelernt.“
„Und wie?“
„Mein Nachbar sagt: ‚Gib ruhig mal ein bisschen Strom.‘“
„Und?“
„I geb ein bisschen Strom.“
„Ja.“
„Und plötzlich hängt mein Hinterkopf an der Kopfstütze.“
Gelächter.
„Warst überrascht?“
„I hab gedacht, i wär bei einer Achterbahnprüfung.“
„Elektro zieht halt sofort.“
„Des hätte man vorher sagen können.“
„Hat er doch.“
„‚Ein bisschen Strom‘ klingt nicht nach Raketenstart.“
Der Tisch lacht.
„Dann sagt er: ‚Das sind 400 Newtonmeter.‘“
„Und?“
„I sag: ‚Dann nimm beim nächsten Mal 200.‘“
Gelächter.
„Wie fährt es sonst?“
„Ruhig.“
„Angenehm?“
„Sehr.“
„Keine Schaltung.“
„Das war auch komisch.“
„Warum?“
„I wart die ganze Zeit drauf, dass irgendwas passiert.“
„Was?“
„Gangwechsel.“
„Gibt’s nicht.“
„Eben.“
Sepp schüttelt den Kopf.
„Du beschleunigst einfach.“
„Ja.“
„Ohne Schalten.“
„Ja.“
„Das Auto macht einfach weiter.“
„Ja.“
„Fast ein bisschen unhöflich.“
Der Tisch lacht.
„Dann kommt die erste Ampel.“
„Und?“
„I geh vom Gas.“
„Fahrpedal.“
„Franz.“
„Schon gut.“
„I geh also vom Gas.“
„Und das Auto bremst.“
Sepp schaut empört.
„Von selber.“
„Rekuperation.“
„Des Wort hab i jetzt auch.“
„Dabei wird Energie zurückgewonnen.“
„Ja.“
„Der Motor arbeitet als Generator.“
„Ja.“
„Und lädt die Batterie.“
„Ja.“
Sepp hebt den Finger.
„Also pass auf.“
Alle schauen ihn an.
„I beschleunige.“
„Ja.“
„Verbrauch Strom.“
„Ja.“
„Dann geh i runter.“
„Ja.“
„Und krieg wieder Strom zurück.“
„Ein Teil davon.“
„Ein Teil.“
„Genau.“
„Warum machen wir des nicht beim Bier?“
Onkel Franz lacht.
„Wie soll das gehen?“
„I trink eins und beim Heimgehen kommt ein halbes zurück.“
Gelächter.
„Rekuperation.“
„So ungefähr.“
Sepp nickt zufrieden.
„Dann wär Elektromobilität sofort gesellschaftlich akzeptiert.“
Der Tisch lacht.
„Hast One-Pedal-Driving probiert?“
Sepp verzieht das Gesicht.
„Noch so ein Wort.“
„Du fährst weitgehend mit einem Pedal.“
„Ja.“
„Gas geben und durch Loslassen verzögern.“
„I weiß.“
„Und?“
„Am Anfang furchtbar.“
„Warum?“
„Weil mein rechter Fuß plötzlich zwei Berufe hat.“
Gelächter.
„Nach zehn Minuten?“
„Gut.“
„Siehst du.“
„Nach zwanzig Minuten hab i mich gefragt, warum i früher zwei Pedale gebraucht hab.“
„Drei.“
Sepp schaut Onkel Franz an.
„Früher.“
„Kupplung.“
„Franz.“
„Schon gut.“
„Dann zeigt mir mein Nachbar die Reichweite.“
„Wie viel?“
„312 Kilometer.“
„Reicht doch.“
„Das sagt er auch.“
„Und?“
Sepp schaut misstrauisch.
„Dann mach i die Heizung an.“
„Ja.“
„Plötzlich 298.“
„Normal.“
„I mach sie wieder aus.“
„Und?“
„302.“
Der Tisch lacht.
„Da hab i angefangen zu verhandeln.“
„Mit wem?“
„Mit dem Auto.“
Gelächter.
„I sag: ‚Pass auf. Mir sind beide warm. Wir lassen des jetzt.‘“
„Und dein Nachbar?“
„Der sagt: ‚Sepp, du musst nicht jeden Kilometer beobachten.‘“
„Richtig.“
„Natürlich muss i.“
„Warum?“
„Wenn eine Zahl rückwärts zählt, schau i hin.“
Der Tisch lacht.
„Reichweitenangst.“
Sepp zeigt auf ihn.
„Des ist ein Wort, das erfunden wurde, damit man sich schämt, wenn man rechnen kann.“
Gelächter.
„Dann fahren wir auf die Autobahn.“
„Verbrauch steigt.“
„Ja.“
„Schneller fahren kostet Reichweite.“
„Des hab i sofort verstanden.“
„Wie?“
„Bei meinem alten Auto war’s genauso.“
„Bloß da hat die Tanknadel nicht alle drei Sekunden mit mir diskutiert.“
Der Tisch lacht.
„Dann sagt das Navi: ‚Ladestopp empfohlen.‘“
„Praktisch.“
„I sag: ‚Wir haben doch noch 38 Prozent.‘“
„Ja.“
„Mein Nachbar sagt: ‚Passt genau.‘“
„Eben.“
„I sag: ‚38 Prozent ist bei mir noch kein Notfall.‘“
„Und er?“
„‚Beim Handy schon.‘“
Sepp schaut indigniert.
„Jetzt sind wir wieder beim Handy.“
Gelächter.
„Also Ladesäule.“
„Ja.“
„Wie war’s?“
Sepp seufzt.
„Kompliziert.“
„Stecker rein.“
„So hat’s angefangen.“
„Dann?“
„App.“
„Natürlich.“
„Natürlich?“
Sepp schaut in die Runde.
„I will Strom.“
„Ja.“
„Die Säule hat Strom.“
„Ja.“
„Das Auto braucht Strom.“
„Ja.“
„Dazwischen steht mein Telefon.“
Gelächter.
„Bei manchen Säulen kannst auch mit Karte zahlen.“
„Jetzt weiß i des.“
„Aber da?“
„App.“
„Also installiert.“
„Nein.“
„Warum nicht?“
„Weil i erst mein Passwort nicht wusste.“
Onkel Franz lacht.
„Welches?“
„Für den App-Laden.“
„Und?“
„Mein Nachbar sagt: ‚Das hast du doch gespeichert.‘“
„Hattest du?“
„Offenbar.“
„Dann ging’s.“
„Dann musste i ein Konto machen.“
„Ja.“
„E-Mail.“
„Ja.“
„Passwort.“
„Ja.“
„Zahlungsmittel.“
„Ja.“
„AGB.“
„Ja.“
Sepp breitet die Arme aus.
„I wollt Strom, keine Hypothek.“
Der Tisch lacht.
„Dann QR-Code.“
„Genau.“
„Scannen.“
„Hab i.“
„Und?“
„Falsche Säule.“
Gelächter.
„Wie?“
„Nebenan.“
„Sepp.“
„Die schauen alle gleich aus.“
„Dann richtige Säule.“
„Ja.“
„Stecker rein.“
„Ja.“
„Start.“
„Ja.“
„Und?“
Sepp macht eine dramatische Pause.
„Nix.“
„Warum?“
„Stecker nicht ganz drin.“
Gelächter.
„Dann richtig rein.“
„Ja.“
„Und dann?“
„Klack.“
„Verriegelt.“
„Und lädt.“
„Genau.“
Sepp nickt langsam.
„Da war i stolz.“
„Worauf?“
„Dass i Strom gekauft hab.“
„Das machst daheim jeden Tag.“
„Aber nicht mit einem Kabel, das dicker is als mein Gartenschlauch.“
Der Tisch lacht.
„Wie lange geladen?“
„Achtzehn Minuten.“
„Schnelllader.“
„Ja.“
„Und was hast gemacht?“
„Kaffee.“
„Siehst du.“
„Vier Euro zwanzig.“
„Der Strom?“
„Der Kaffee.“
Gelächter.
„Und der Strom?“
Sepp verzieht das Gesicht.
„Des is die nächste Wissenschaft.“
„Kilowattstunden.“
„Ja.“
„Preis pro Kilowattstunde.“
„Ja.“
„Ladeleistung.“
„Ja.“
„Kilowatt.“
„Ja.“
„Batteriekapazität.“
„Ja.“
Sepp schaut zum Himmel.
„Früher stand an der Tankstelle einfach Super.“
Der Tisch lacht.
„Aber du weißt doch jetzt, was eine Kilowattstunde ist.“
„Freili.“
„Was?“
Sepp nimmt einen Schluck Kaffee.
„Etwas, das teurer wird, wenn man länger drüber nachdenkt.“
Gelächter.
„Dann wieder los.“
„Ja.“
„Wie viel geladen?“
„82 Prozent.“
„Perfekt.“
„Nein.“
„Warum?“
„I wollte hundert.“
„Am Schnelllader wird’s oben raus langsamer.“
„Das sagt mein Nachbar auch.“
„Batterieschutz.“
„Ja.“
„Ladekurve.“
Sepp schaut genervt.
„Schon wieder a Kurve.“
„Was hast gemacht?“
„Bei 82 aufgehört.“
„Vernünftig.“
„Weil der Kaffee leer war.“
Gelächter.
„Dann heimwärts.“
„Ja.“
„Und Sprachsteuerung?“
Sepp wird sofort ernst.
„Die Frau im Auto.“
„Sprachassistent.“
„Ja.“
„Was war?“
„Mein Nachbar sagt: ‚Sag einfach, wohin du willst.‘“
„Und?“
„I sag: ‚Fahr ma hoam.‘“
Der Tisch beginnt bereits zu lachen.
„Und?“
„Sie sagt: ‚Ich habe dich leider nicht verstanden.‘“
Gelächter.
„Dann sag i deutlicher: ‚Hoam.‘“
„Und?“
„‚Meintest du Hohenhameln?‘“
Der Tisch bricht in Gelächter aus.
„Wo ist das?“
„Keine Ahnung.“
„Dann Hochdeutsch.“
„Ja.“
„‚Nach Hause.‘“
„Und?“
„Plötzlich weiß sie’s.“
Sepp schüttelt den Kopf.
„Für ein intelligentes Auto hat des sprachlich wenig Fantasie.“
„Vielleicht musst du Bayerisch einstellen.“
„Wenn’s des gibt, kauf i eins.“
Gelächter.
„Dann sag i: ‚Mir ist kalt.‘“
„Und?“
„Sitzheizung geht an.“
„Praktisch.“
Sepp nickt widerwillig.
„Das war gut.“
„Siehst du.“
„Dann sag i: ‚Mir ist warm.‘“
„Und?“
„Sitzheizung geht aus.“
„Sehr gut.“
„Dann sag i: ‚I hab Hunger.‘“
„Und?“
„Sie zeigt Restaurants.“
Sepp schaut beeindruckt.
„Da hab i Respekt bekommen.“
Der Tisch lacht.
„Dann wollt i wissen, wie weit’s noch ist.“
„Und?“
„I sag: ‚Wie lang noch?‘“
„Antwort?“
„‚Noch 37 Minuten.‘“
„Perfekt.“
„Dann sag i: ‚Geht’s schneller?‘“
„Und?“
„Sie sagt: ‚Ich habe eine schnellere Route gefunden.‘“
Sepp nickt anerkennend.
„Also, des kann meine Frau bis heute nicht.“
Gelächter.
Seine Schwester schaut ihn an.
„Das erzählst ihr aber selber.“
„Na.“
Der Tisch lacht.
„Hast Musik gehört?“
„Ja.“
„Über Spotify?“
Sepp hebt sofort die Hand.
„Jetzt nicht noch eine App.“
Gelächter.
„Radio?“
„Das hab i gefunden.“
„Immerhin.“
„Aber ohne Knopf.“
„Touchscreen.“
„Ja.“
„Alles über Bildschirm.“
„Das gefällt mir weniger.“
„Warum?“
Sepp tippt mit dem Finger in die Luft.
„Früher wollt i wärmer.“
„Ja.“
„Drehknopf.“
„Ja.“
„Heute muss i erst ein Menü aufmachen.“
„Je nach Auto.“
„Dann Klima.“
„Ja.“
„Dann Temperatur.“
„Ja.“
„Und wenn i währenddessen fahr, bin i schon zwei Ortschaften weiter.“
Der Tisch lacht.
„Sprachsteuerung.“
„I weiß.“
„Sag einfach: Mir ist kalt.“
Sepp seufzt.
„I möchte nicht mit meinem Auto über mein Befinden reden.“
Gelächter.
„Dann sind wir fast daheim.“
„Batterie?“
„47 Prozent.“
„Locker.“
„Ja.“
„Und?“
„Mein Nachbar sagt: ‚Jetzt zeig ich dir noch was.‘“
„Was?“
„Er fährt bergab.“
„Rekuperation.“
„Genau.“
„Und die Prozent steigen?“
„Nicht sofort.“
„Aber Verbrauch sinkt.“
„Ja.“
Sepp wird begeistert.
„I seh auf dem Display, wie Energie zurückgeht.“
„In die Batterie.“
„Ja.“
„Und?“
„Da hab i mir gedacht: Des ist eigentlich sehr bayerisch.“
„Wieso?“
„Berg runter und dabei sparen.“
Der Tisch lacht.
„Dann kommen wir bei ihm an.“
„Und?“
„Er steigt aus.“
„Ja.“
„I bleib sitzen.“
„Warum?“
„I hab auf den Motor gewartet.“
„Welchen Motor?“
„Dass er ausgeht.“
Gelächter.
„Das Auto war schon aus.“
„Woher soll i des wissen?“
„Display.“
„Wieder das Display.“
„Ja.“
„Kein Geräusch.“
„Nein.“
„Kein Zittern.“
„Nein.“
„Kein Schlüssel.“
„Nein.“
„Nix.“
„Genau.“
Sepp lehnt sich zurück.
„Das Auto macht beim Starten nix.“
„Ja.“
„Beim Fahren fast nix.“
„Ja.“
„Beim Ausschalten auch nix.“
„Ja.“
„Und trotzdem war i 180 Kilometer unterwegs.“
Der Tisch lacht.
„Gefällt’s dir jetzt?“
Sepp überlegt.
„Schon.“
„Würdest eins kaufen?“
„Vielleicht.“
Onkel Franz schaut überrascht.
„Echt?“
„Ja.“
„Trotz App?“
„Ja.“
„Trotz Laden?“
„Ja.“
„Trotz fehlendem Motor?“
Sepp hebt sofort den Finger.
„Der Motor fehlt nicht.“
„Aha.“
„Der ist unten.“
„Sehr gut.“
„Hab i gelernt.“
„Und was gefällt dir am besten?“
Sepp denkt nach.
„Dass es ruhig ist.“
„Aha.“
„Dass es schnell ist.“
„Ja.“
„Dass man beim Bergabfahren wieder Strom kriegt.“
„Ja.“
„Und dass i daheim laden könnte.“
„Genau.“
„Aber eine Sache muss sich ändern.“
„Welche?“
„Wenn i so ein Auto kauf, will i vorne unter der Haube ein Schild.“
„Was soll draufstehen?“
Sepp nimmt einen Schluck Kaffee.
„Motor woanders.“
Der Tisch lacht.
Onkel Franz grinst.
„Und wenn einer fragt, wie das Elektroauto fährt?“
Sepp lehnt sich zufrieden zurück.
„Ganz einfach.“
„Wie?“
„Einsteigen.“
„Ja.“
„Knopf drücken.“
„Ja.“
„Nix hören.“
„Ja.“
„Und plötzlich bist weg.“
Aber eins nach’m andern.
