Mathias Ellmann
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Der Sepp · Geschichte 24 von 24

Der Sepp beim Franzosen

*

Oder: Warum kommt der Käse vor dem Nachtisch?

9 Min. Lesezeit·Mathias Ellmann
HumorFrankreichEssen
Der Sepp sitzt in einem französischen Bistro mit Rotwein und französischen Speisen.
Alle 24 Geschichten
  1. 01Der Sepp beim HYROX
  2. 02Der Sepp beim Kitesurfen
  3. 03Der Sepp beim Yoga
  4. 04Der Sepp im Ballettkurs
  5. 05Der Sepp im Salsa-Kurs
  6. 06Der Sepp im Bachata-Kurs
  7. 07Der Sepp beim Bachata Sensual
  8. 08Der Sepp lernt des Ballett-Bewegungslexikon
  9. 09Der Sepp im ersten Fitnesskurs
  10. 10Der Sepp bei der Meditation
  11. 11Der Sepp beim Skifahren
  12. 12Der Sepp beim Snowboarden
  13. 13Der Sepp bei Pilates
  14. 14Der Sepp in Hamburg
  15. 15Der Sepp in Berlin
  16. 16Der Sepp in Köln
  17. 17Der Sepp im Elektroauto
  18. 18Der Sepp mit dem Smartphone
  19. 19Der Sepp mit der Smartwatch
  20. 20Der Sepp im Smart Home
  21. 21Der Sepp beim Italiener
  22. 22Der Sepp beim Griechen
  23. 23Der Sepp beim Spanier
  24. 24Der Sepp beim Franzosen

„Also“, sagt da Sepp beim Sonntagskaffee, „i war französisch essen.“

Onkel Franz schaut von seiner Zeitung auf.

„In Frankreich?“

„Na.“

„Beim Franzosen?“

„Genau.“

„Gut.“

Sepp hebt den Finger.

„Frankreich kommt später.“

„Aha.“

„Wir müssen das international sauber trennen.“

Der Tisch lacht.

„Wie kam’s?“

„Mein Nachbar sagt: ‚Sepp, heut gehen wir in ein französisches Bistro.‘“

„Und du?“

„I sag: ‚Freili.‘“

Kurze Pause

„Nach Italien, Griechenland und Spanien war Frankreich praktisch Pflichtprogramm.“

„Kulinarische Europareise.“

„Genau.“

„Ohne Koffer.“

Gelächter.

„Dann kommt ihr rein.“

„Ja.“

„Schick?“

„Sehr.“

„Weiße Tischdecken?“

„Teilweise.“

„Kerzen?“

„Natürlich.“

„Kleine Tische?“

Sepp schaut ihn an.

„Sehr kleine Tische.“

„Französisch.“

„I hab mich gefragt, ob der Tisch noch ausgeklappt wird.“

Der Tisch lacht.

„Kam ein Kellner?“

„Ein Kellner kam nicht.“

„Sondern?“

Sepp richtet sich auf.

„Ein Monsieur.“

Gelächter.

„Unterschied?“

„Der Kellner arbeitet.“

„Ja.“

„Der Monsieur bewegt sich.“

„Aha.“

„Langsam.“

„Ja.“

„Elegant.“

„Ja.“

„Und so, als ob wir froh sein dürfen, dass er überhaupt da ist.“

Der Tisch lacht.

„Was sagt er?“

Sepp setzt eine feierliche Stimme auf.

„Bonsoir, messieurs.“

„Sehr gut.“

„I sag: Servus.“

„Natürlich.“

„Er schaut kurz.“

„Und?“

„Dann wusste er, dass der Abend interessant wird.“

Gelächter.

„Speisekarte.“

Sepp atmet tief ein.

„Franz.“

„Ja?“

„Da war wieder Ausland.“

„Französisch?“

„Fast alles.“

„Soupe à l’oignon.“

„Zwiebelsuppe.“

„Escargots.“

„Schnecken.“

„Bœuf bourguignon.“

„Rinderschmorgericht.“

„Coq au vin.“

„Hahn in Wein.“

„Confit de canard.“

„Entenkeule.“

„Crème brûlée.“

„Dessert.“

Sepp schaut in die Runde.

„I hab nach fünf Minuten beschlossen, nicht mehr zu übersetzen.“

„Warum?“

„Weil manches appetitlicher klingt, wenn man nicht genau weiß, was es ist.“

Gelächter.

„Zum Beispiel?“

„Escargots.“

„Schnecken.“

Sepp hebt die Hand.

„Siehst.“

Der Tisch lacht.

„Hast du sie bestellt?“

„Mein Nachbar.“

„Und du?“

„I hab zuerst abgelehnt.“

„Warum?“

Sepp schaut streng.

„Weil i auf meinen Salat keine Tiere setz, die vorher durch meinen Garten gekrochen sind.“

Gelächter.

„Weinbergschnecken.“

„Schnecken bleiben Schnecken.“

„Mit Kräuterbutter.“

„Das war das Problem.“

„Warum?“

„Die Butter hat sehr gut gerochen.“

Der Tisch lacht.

„Also probiert.“

Sepp nickt langsam.

„Eine.“

„Und?“

„Überraschend.“

„Gut?“

„Sehr gut.“

„Siehst du.“

Sepp hebt den Finger.

„Moment.“

„Was?“

„Die Kräuterbutter war sehr gut.“

Gelächter.

„Und die Schnecke?“

Sepp denkt nach.

„Sie war dabei.“

Der Tisch lacht.

„Wie isst man die eigentlich?“

Sepp wird sofort ernst.

„Mit Werkzeug.“

„Schneckenzange.“

„Genau.“

„Und Schneckengabel.“

„Genau.“

Sepp schüttelt den Kopf.

„Bei keinem Essen bisher hab i so viel Spezialausrüstung gebraucht.“

„Schwierig?“

„Du hältst dieses Schneckenhaus mit einer Zange.“

„Ja.“

„Dann mit der kleinen Gabel rein.“

„Ja.“

„Und dann rutscht das Haus.“

„Passiert.“

„Einmal.“

„Wohin?“

„Fast zum Nachbartisch.“

Gelächter.

„Hast es gefangen?“

„Natürlich.“

Sepp richtet sich stolz auf.

„Reflexe.“

„Sport zahlt sich aus.“

„Sag i ja.“

Gelächter.

„Dann Vorspeise.“

„Moment.“

Sepp hebt wieder den Finger.

„Vorher kam etwas.“

„Was?“

„Ein ganz kleiner Teller.“

„Amuse-bouche.“

„Genau.“

„Gruß aus der Küche.“

Sepp schaut in die Runde.

„Ein Löffel.“

„Was drauf?“

„Irgendeine Creme.“

„Gut?“

„Sehr.“

„Und?“

„Nach einem Bissen war sie weg.“

„So soll das sein.“

Sepp schaut Onkel Franz lange an.

„Franz.“

„Ja?“

„Bei uns heißt ein Gruß aus der Küche Brotzeit.“

Gelächter.

„Dann Zwiebelsuppe?“

„Ja.“

„Soupe à l’oignon.“

„Mit Käse.“

„Überbacken.“

„Sehr.“

„Heiß?“

Sepp blickt ihn an.

„Natürlich.“

„Zunge verbrannt?“

„I lern dazu.“

„Also nein?“

Kurze Pause

„Nur ein bisschen.“

Der Tisch lacht.

„Und wie war’s?“

„Sehr gut.“

„Süßliche Zwiebeln.“

„Ja.“

„Brühe.“

„Ja.“

„Brot.“

„Ja.“

„Käse.“

„Ja.“

Sepp nickt zufrieden.

„Im Grunde ist das Zwiebelsuppe mit eingebautem Käsebrot.“

Gelächter.

„Das hören Franzosen gern.“

„Müssen sie ja nicht wissen.“

Der Tisch lacht.

„Dann Wein.“

„Da wurde es wissenschaftlich.“

„Weinkarte?“

„Ein Buch.“

„Bordeaux?“

„Ja.“

„Burgund?“

„Ja.“

„Rhône?“

„Ja.“

„Loire?“

„Ja.“

Sepp winkt ab.

„I wollte ein Glas Rotwein.“

„Und der Sommelier?“

„Fragt, was i esse.“

„Richtig.“

„I sag: Fleisch.“

„Und?“

„Welches Fleisch?“

„Auch richtig.“

„I sag: Rind.“

„Und?“

„Welche Zubereitung?“

„Ja.“

Sepp schaut empört.

„Franz, irgendwann wollte i sagen: Trinkbar.“

Gelächter.

„Was wurde es?“

„Burgunder.“

„Passt.“

„Sagt er auch.“

„Und?“

„Dann kommt die Flasche.“

„Ja.“

„Er zeigt mir das Etikett.“

„Ja.“

„I nicke.“

„Ja.“

„Dann macht er sie auf.“

„Ja.“

„Riecht am Korken?“

„Na.“

„Gut.“

„Aber dann schenkt er mir ungefähr einen Fingerhut ein.“

„Zum Probieren.“

Sepp schaut fassungslos.

„Das hab i nicht sofort verstanden.“

Der Tisch lacht.

„Was hast gemacht?“

„Getrunken.“

„Und?“

„Dann schau i ihn an.“

„Ja.“

„Er schaut mich an.“

„Ja.“

„I schau ins Glas.“

„Ja.“

„Leer.“

Gelächter.

„Du solltest sagen, ob der Wein passt.“

„Das hat mein Nachbar dann erklärt.“

„Und?“

„I sag zum Monsieur: ‚Passt.‘“

Der Tisch lacht.

„Sehr französisch.“

„Er hat verstanden.“

„Dann schenkt er richtig ein.“

„Endlich.“

„Wie war der Wein?“

„Sehr gut.“

„Was hast geschmeckt?“

Sepp schaut streng.

„Fang du nicht auch an.“

Gelächter.

„Kirsche?“

„Vielleicht.“

„Beeren?“

„Vielleicht.“

„Erde?“

„Franz.“

„Schon gut.“

„I hab Wein geschmeckt.“

„Wie beim Italiener.“

„Des reicht mir.“

Der Tisch lacht.

„Hauptgang?“

„Bœuf bourguignon.“

„Sehr schön.“

„Rind in Rotwein.“

„Genau.“

„Lang geschmort.“

„Ja.“

„Mit kleinen Zwiebeln.“

„Ja.“

„Pilzen.“

„Ja.“

„Karotten.“

„Ja.“

Sepp nickt anerkennend.

„Das war hervorragend.“

„Siehst.“

„Butterweich.“

„Ja.“

„Sauce.“

„Ja.“

„Sehr viel Geschmack.“

„Ja.“

Sepp schaut in die Runde.

„Und das Beste: Man versteht sofort, warum die Franzosen Brot auf den Tisch stellen.“

„Zum Auftunken.“

„Genau.“

„Hast gemacht?“

Sepp sieht empört aus.

„Natürlich.“

„Mit Baguette.“

„Ja.“

„Stück abgebrochen.“

„Ja.“

„In die Sauce.“

„Ja.“

„Sehr gut.“

Sepp nickt glücklich.

„Da verstehen wir uns.“

„Franzosen und Bayern?“

„Bei Sauce und Brot gibt’s europäische Einigkeit.“

Gelächter.

„Dein Nachbar?“

„Steak frites.“

„Klassiker.“

„Der Kellner fragt ihn: saignant?“

„Blutig.“

„À point?“

„Medium.“

„Bien cuit?“

„Durch.“

Sepp wird ernst.

„Das ist auch so ein Thema.“

„Wie wolltest du deins?“

„I hatte keins.“

„Aber?“

„I hab zugehört.“

„Ja.“

„Mein Nachbar sagt: à point.“

„Medium.“

„Dann kommt das Steak.“

„Ja.“

„Innen rosa.“

„Richtig.“

„Er glücklich.“

„Sehr.“

„Am Nebentisch sagt einer bien cuit.“

„Durch.“

„Da hat der Kellner kurz geschaut.“

„Wie?“

Sepp verengt die Augen.

„Als hätte der Mann gerade einen historischen Fehler begangen.“

Der Tisch lacht.

„Franzosen nehmen das ernst.“

„Hab i gemerkt.“

„Pommes gut?“

„Sehr.“

„Frites.“

„Ja.“

„Dünn.“

„Knusprig.“

„Ja.“

Sepp nickt.

„Pommes können sie.“

„Das darfst du ihnen sagen.“

„Mach i.“

Gelächter.

„Und dann?“

„Dann dachte i, wir wären fertig.“

„Waren wir nicht.“

„Natürlich nicht.“

Sepp seufzt.

„Da kommt der Käse.“

„Fromage.“

„Genau.“

„Käseplatte.“

„Ja.“

„Vor dem Dessert.“

Sepp schaut in die Runde.

„Und da war i verwirrt.“

„Warum?“

„Weil Käse bei uns Brotzeit ist.“

„Ja.“

„Beim Italiener Bestandteil vom Essen.“

„Ja.“

„Und beim Franzosen kriegt er einen eigenen Auftritt.“

„Richtig.“

„Vor dem Nachtisch.“

„Genau.“

Sepp schüttelt den Kopf.

„Das ist ein Karriereweg.“

Der Tisch lacht.

„Welche Sorten?“

„Brie.“

„Ja.“

„Camembert.“

„Ja.“

„Comté.“

„Ja.“

„Roquefort.“

„Ja.“

Sepp hält inne.

„Der Roquefort.“

„Was war?“

„Kräftig.“

„Blauschimmel.“

„Sehr kräftig.“

„Gut?“

Sepp denkt nach.

„Beim ersten Bissen wusste i nicht, ob der Käse gut ist oder ob er sich gegen mich wehrt.“

Gelächter.

„Und danach?“

„Noch ein Stück.“

„Also gut.“

„Sehr gut.“

„Siehst du.“

„Aber der Käse betritt den Raum, bevor du ihn isst.“

Der Tisch lacht.

„Geruch.“

„Charakter.“

„Franz.“

Gelächter.

„Und Brot dazu.“

„Ja.“

„Butter?“

„Auch.“

Sepp wirkt zufrieden.

„Butter können sie ebenfalls.“

„Frankreich.“

„Da gibt’s Butter nicht als Nebensache.“

„Nein.“

„Die hat Selbstbewusstsein.“

Der Tisch lacht.

„Dann Dessert.“

Sepp lächelt.

„Crème brûlée.“

„Natürlich.“

„Vanillecreme.“

„Ja.“

„Oben Zuckerkruste.“

„Karamellisiert.“

„Genau.“

„Und?“

Sepp nimmt imaginär einen Löffel.

„Da muss man draufklopfen.“

„Auf die Kruste.“

„Ja.“

„Knack.“

„Genau.“

Sepp strahlt.

„Des macht Spaß.“

„Wie war sie?“

„Sehr gut.“

„Cremig.“

„Ja.“

„Kalt.“

„Ja.“

„Oben warm-knusprig.“

„Ja.“

„Sehr süß.“

„Ja.“

Sepp nickt.

„Das ist ein Dessert mit Dach.“

Der Tisch lacht.

„Mit Dach?“

„Oben hart.“

„Aha.“

„Unten weich.“

„Ja.“

„Wie eine sehr kleine französische Immobilie.“

Gelächter.

„Dein Nachbar?“

„Tarte Tatin.“

„Apfeltarte.“

„Verkehrt herum gebacken.“

„Genau.“

Sepp schaut skeptisch.

„Das hab i auch gefragt.“

„Was?“

„Warum backt man einen Kuchen verkehrt herum?“

„Weil’s gut wird.“

„Das ist keine technische Erklärung.“

Der Tisch lacht.

„Hast probiert?“

„Natürlich.“

„Und?“

„Sehr gut.“

„Karamellisierte Äpfel.“

„Ja.“

„Butter.“

„Natürlich.“

„Da war sie wieder.“

Gelächter.

„Dann Kaffee.“

„Café.“

„Espresso.“

„Klein.“

„Stark.“

„Ja.“

Sepp schaut in die Runde.

„Das kennen wir inzwischen.“

„Kein Milchkaffee?“

„Um die Uhrzeit?“

„Warum nicht?“

„Mein Nachbar sagt, in Frankreich trinkt man nach dem Essen eher Café.“

„Stimmt.“

Sepp nickt.

„I wollte mich integrieren.“

Gelächter.

„Dann Cognac?“

„Franz.“

„Was?“

„Wir hatten Wein.“

„Ja.“

„Und?“

„Der Monsieur bringt tatsächlich noch zwei Gläser.“

„Cognac?“

„Calvados.“

„Apfelbrand.“

„Genau.“

„Vom Haus?“

Sepp lächelt.

„Leider nicht.“

Der Tisch lacht.

„Hast trotzdem genommen.“

„Natürlich.“

„Wie war er?“

„Sehr gut.“

„Kräftig?“

„Ja.“

„Warm?“

„Sehr.“

Sepp lehnt sich zurück.

„Nach einem Glas versteht man, warum Franzosen beim Essen so viel Zeit haben.“

„Warum?“

„Weil du danach sowieso nicht gleich aufstehst.“

Gelächter.

„Wie lange wart ihr da?“

Sepp überlegt.

„Drei Stunden.“

„Für Abendessen?“

„Ja.“

„Lang.“

Sepp schaut ihn an.

„Beim Franzosen isst du nicht.“

„Sondern?“

„Du verbringst Zeit mit dem Essen.“

Der Tisch wird kurz ruhig.

Onkel Franz nickt.

„Das ist eigentlich schön.“

„Sehr.“

„Keine Hektik.“

„Nein.“

„Nicht Hauptgang rein und Rechnung.“

„Nein.“

„Erst Suppe.“

„Ja.“

„Dann Hauptgang.“

„Ja.“

„Dann Käse.“

„Ja.“

„Dann Dessert.“

„Ja.“

„Dann Kaffee.“

„Ja.“

„Dann Schnaps.“

„Ja.“

Sepp hebt den Finger.

„Und zwischendrin diskutierst du darüber, warum der Käse vor dem Dessert kommt.“

Gelächter.

„Hast du den Kellner gefragt?“

„Natürlich.“

„Was sagt er?“

Sepp setzt wieder seine französische Stimme auf.

„Monsieur, c’est la tradition.“

„Es ist Tradition.“

„Genau.“

Sepp nickt.

„Gegen Tradition kann i schlecht argumentieren.“

„Als Bayer.“

„Eben.“

Der Tisch lacht.

„Dann Rechnung.“

Sepp wird still.

„Ah.“

„Teuer?“

Sepp denkt nach.

„Sagen wir so.“

„Ja?“

„Die Portionsgröße vom Amuse-bouche und die Größe der Rechnung waren nicht im selben Verhältnis.“

Gelächter.

„Aber gut?“

„Sehr gut.“

„Dann passt’s.“

Sepp nickt.

„Ja.“

„Trinkgeld?“

„Natürlich.“

„Wie heißt Rechnung auf Französisch?“

„L’addition.“

„Sehr gut.“

Sepp zeigt stolz auf sich.

„Hab i gelernt.“

„Hast du gesagt?“

„Ja.“

„L’addition, s’il vous plaît.“

„Sehr schön.“

„Der Monsieur hat sofort verstanden.“

„Dein Französisch wird.“

Sepp überlegt.

„Drei Wörter.“

„Immerhin.“

„Und Servus.“

Gelächter.

„Beim Rausgehen?“

„Er sagt: Au revoir, messieurs.“

„Und du?“

„Servus.“

Der Tisch lacht.

„Natürlich.“

„I bleib bei meinen Stärken.“

Gelächter.

„Also insgesamt?“

Sepp zählt an den Fingern.

„Zwiebelsuppe: sehr gut.“

„Ja.“

„Schnecken: überraschend.“

„Ja.“

„Bœuf bourguignon: hervorragend.“

„Ja.“

„Käse: teilweise gefährlich.“

Gelächter.

„Crème brûlée: hervorragend.“

„Ja.“

„Wein: hervorragend.“

„Ja.“

„Calvados: effektiv.“

Der Tisch lacht.

„Würdest wieder hingehen?“

„Sofort.“

„Was bestellst nächstes Mal?“

Sepp denkt nach.

„Vielleicht Ente.“

„Confit de canard.“

„Genau.“

„Oder Coq au vin.“

„Auch gut.“

„Oder Steak.“

„Wie gebraten?“

Sepp schaut Onkel Franz an.

„Da fang i jetzt nicht auch noch an.“

Gelächter.

„Und Schnecken?“

Sepp überlegt.

„Vielleicht.“

„Nur vielleicht?“

„Wenn die Zange dabei ist.“

Der Tisch lacht.

„Käse?“

„Auf jeden Fall.“

„Vor dem Dessert?“

Sepp seufzt.

„Wenn’s Tradition ist.“

Gelächter.

Kurze Pause

Sepp nimmt seine Kaffeetasse.

„Aber eins hab i beim Franzosen gelernt.“

„Was?“

„Wenn der Kellner nach dem Hauptgang fragt: ‚Fromage oder Dessert?‘—“

„Ja?“

„—dann antwortest nicht zu schnell.“

„Warum?“

Sepp grinst.

„Weil ‚oder‘ in Frankreich offenbar nicht heißt, dass du dich entscheiden musst.“

Der Sepp sagt: Freili.
Aber eins nach’m andern.