01 · Begriff und Funktion

Was ist Ganze Drehung?

Drehung um ungefähr 360 Grad, die aus Vorbereitung, Rotationsphase und kontrollierter Landung auf dem vorgesehenen Standfuß besteht.

Form

Drehungen & Spins

Timing

on1, on2

Rollen

Solo

Varianten

On1 · On2

02 · Positionen, Timing und Varianten

Ausgang, Richtung und Varianten

Timing, Rollenbezug und Raumorientierung werden getrennt beschrieben. Benennungen und Ausführungsdetails können sich zwischen Salsa-Stilen, Schulen und Regionen unterscheiden.

Aliasse

360 turn

Kategorie

Drehungen & Spins

Stilbezug

cross-style, solo

Timing

on1, on2

03 · Technische Ausführung

Worauf es bei Ganze Drehung ankommt

Ungefähr 360 Grad

Die Ganze Drehung führt den Körper ungefähr einmal um die eigene vertikale Orientierung herum und endet wieder in einer Richtung nahe der Ausgangsausrichtung.

Ausführung kann variieren

Eine volle Drehung kann je nach Schrittfolge über mehrere belastete Schritte oder kompaktere Pivot-Aktionen organisiert werden. Entscheidend ist der vollständige Rotationsweg, nicht ein einziges festes Fußmuster.

Stabile Gewichtsfolge

Die Stützseite bleibt während der Drehung nachvollziehbar. Jeder notwendige Gewichtswechsel bereitet die nächste Rotationsphase vor.

Räumliche Orientierung

Blick- und Kopforganisation können die Orientierung während der vollen Drehung unterstützen. Sie erzeugen jedoch nicht den primären Drehimpuls.

Landung kontrollieren

Die Drehung endet mit klar übernommenem Gewicht und stabiler Achse. Zusätzliche kleine Nachdrehungen zur Balancekorrektur sollen nicht nötig sein.

04 · Körperwissen

Körperorganisation bei Ganze Drehung

Achse über der Stützorganisation

Während der vollen Drehung bleibt das Körperzentrum so über den belasteten Füßen organisiert, dass die Rotation nicht seitlich aus der eigenen Basis herauswandert.

Rotation und Gewicht koppeln

Die ungefähr vollständige Umdrehung entsteht zusammen mit der vorgesehenen Gewichtsfolge. Eine Drehung des Oberkörpers ohne passende Fuß- und Stützorganisation erschwert die Landung.

Orientierung wiederfinden

Blick und Kopfkoordination können helfen, die gewünschte Endrichtung früh wiederzufinden. Sie unterstützen die Orientierung, erzeugen aber nicht den eigentlichen Drehimpuls.

05 · Für Einsteiger

Ganze Drehung zuerst kontrolliert aufbauen

Mit kleinerer Rotation beginnen

Übe zunächst eine halbe oder dreiviertel Drehung mit derselben Gewichtsfolge und erweitere erst danach bis zur vollständigen Umdrehung.

Endrichtung festlegen

Bestimme vor der Drehung, wohin Brustkorb und Füße am Ende zeigen sollen. So erhält die Rotation ein klares räumliches Ziel.

Kontrollfrage

Kannst du nach der Drehung auf dem vorgesehenen Fuß ankommen, ohne einen zusätzlichen Schritt zum Auffangen zu benötigen?

06 · Unterricht und Rückmeldung

Woran eine kontrollierte Ausführung von Ganze Drehung erkennbar ist

Rotation erreicht das Ziel

Die Drehung endet ungefähr in der vorgesehenen 360-Grad-Orientierung und läuft nicht unkontrolliert weiter.

Achse bleibt kontrollierbar

Das Körperzentrum driftet während der Rotation nicht deutlich seitlich aus der eigenen Stützorganisation.

Landung ist vorbereitet

Der vorgesehene Endfuß übernimmt Gewicht so klar, dass die nächste Bewegung unmittelbar anschließen kann.

07 · Weiterlernen

Von Ganze Drehung zu weiteren Bewegungen

Halbe Drehung

Drehung um ungefähr 180 Grad mit klarer Gewichtsübernahme und stabiler Endausrichtung.

Hook Turn

Drehung, bei der ein Fuß hinter oder vor dem Standbereich kreuzt und die gekreuzte Position zur Rotationsfortsetzung nutzt.

Pivot Turn

Drehung über einen oder mehrere Pivot-Schritte, bei denen die Körperausrichtung auf belasteten Füßen neu ausgerichtet wird.

Spot Turn links

Linksdrehung nahezu am Platz mit kompakter Schrittabfolge, aufgerichteter Achse und kontrolliertem Abschluss.

Spot Turn rechts

Rechtsdrehung nahezu am Platz, bei der die Füße eine kompakte Basis bilden und der Kopf die Raumorientierung durch Spotting unterstützt.

Double Spin

Zwei schnelle Rotationen um die eigene Achse mit kompakter Körperorganisation, präziser Vorbereitung und kontrolliertem Ausstieg.

Free Spin

Freie Drehung ohne durchgehende Handverbindung; Vorbereitung und Ausstieg müssen deshalb vollständig über Eigenachse und Timing organisiert werden.

Spin-Vorbereitung

Vorbereitende Gegenbewegung oder Gewichtsorganisation, die den Rotationsimpuls für einen folgenden Spin erzeugt, ohne die Achse vorzeitig zu verlieren.

Traveling Spin

Mehrfache oder fortgesetzte Rotation mit klarer Vorwärts- oder Seitwärtsbewegung durch den Raum.

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Mathias Ellmann

Mathias Ellmann

Mathias Ellmann entwickelt das Salsa-Bewegungslexikon als Verbindung von Tanztechnik, Körperwissen, Musikalität, Lernen und Partnerkommunikation.

Bewegung wird dabei nicht nur danach betrachtet, welche Schritte oder Figuren getanzt werden, sondern auch danach, wie Gewicht, Timing, Raum, Wahrnehmung und Verbindung zusammenwirken.

Führen und Folgen werden als wechselseitige Kommunikation verstanden: Eine Person bereitet Bewegungsmöglichkeiten vor und macht sie wahrnehmbar, die andere antwortet mit selbstorganisierter Bewegung. Beide Rollen bleiben wahrnehmend, anpassungsfähig und selbstbestimmt.

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