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Ballett · Choreografie · Körperwissen · Lehre

Mathias Ellmann – Choreograf

Bewegung als Sprache menschlicher Beziehungen: von der inneren Handlungslogik einer Figur über die technische Bewegung bis zur dramaturgischen Gestaltung eines Ballettwerks.

Vier choreografisch und dramaturgisch entwickelte Ballettprojekte. Die konkrete Bühnenfassung soll in Zusammenarbeit mit professionellen Ensembles erarbeitet werden.

Porträt von Mathias Ellmann
Mathias Ellmann

Künstlerische Haltung

Choreografie der Beziehung

Im Zentrum der choreografischen Arbeit steht die Frage: Wie verändert die Handlung eines Menschen die Handlungsmöglichkeiten eines anderen? Daraus entstehen Werke über Wahrnehmung, Zusammenarbeit, Würde, Grenzen und Autonomie.

Klassische Ballettbewegungen werden nicht allein als technische Formen betrachtet. Blickrichtung, Abstand, Rhythmus, Berührung, räumliche Wege und Reaktionen können zeigen, welches Ziel eine Figur verfolgt und welche Folgen dies für andere Figuren hat. Für die Entwicklung einer Szene werden beobachtbare Bewegung, mögliche innere Motivation und dramaturgische Interpretation bewusst unterschieden.

Figur und Handlung

Was möchte die Figur? Welche Bedürfnisse und Werte sind betroffen? Was hindert sie daran, ihr Ziel zu erreichen? Daraus lassen sich konkrete, tänzerisch erprob­bare Handlungen entwickeln.

Technik und Wirkung

Bewegungsqualität, Raum, Tempo, Partnerbezug und musikalische Phrasierung werden so kombiniert, dass Beziehungen und Konflikte für das Publikum lesbar werden können.

Künstlerische Herkunft

Erfahrung in fotografischer Darstellung

Vor der Entwicklung seiner Ballettprojekte wirkte Mathias Ellmann über mehrere Jahre in inszenierten Foto- und Stockfotoproduktionen mit. Die Bildsituationen reichten nach den dokumentierten Serien von Hochzeit und Partnerschaft über Alltag und Wohnungssuche bis zu gemeinschaftlichen Feiertags- und Einkaufsszenen.

Dabei beschäftigte ihn nach eigener Schilderung nicht nur die äußere Pose, sondern die Aufgabe, eine vorgegebene menschliche Situation als darstellende Person nachzuvollziehen. Ein Blick, eine zugewandte Haltung oder eine konkrete gemeinsame Handlung können sichtbar machen, wie Figuren zueinander stehen.

Diese Erfahrung ist ein Ausgangspunkt für die heutige Beschäftigung mit Figuren, Bedürfnissen und körperlich dargestellten Beziehungen. Sie wird nicht als Schauspielausbildung, professionelle Ballettlaufbahn oder Nachweis bereits aufgeführter Choreografien dargestellt.

Eigene Praxis und Systematisierung

Ballett selbst erleben und Bewegungen untersuchen

Mathias Ellmann praktiziert selbst Ballett. Diese eigene Bewegungserfahrung ergänzt seine konzeptionelle Beschäftigung mit Technik, Koordination, Körperwahrnehmung und musikalischen Bewegungsfolgen; sie ist keine Behauptung einer professionellen Tänzerlaufbahn.

Das von ihm entwickelte Ballett-Bewegungslexikon dokumentiert klassische Bewegungsbegriffe und Phrasen mit technischen Beschreibungen, Körperwissen, Hinweisen zur Vermittlung und choreografischen Variablen. Die Verbindung von beobachtbarer Technik und möglicher dramaturgischer Bedeutung unterstützt die Arbeit an Bewegungsfolgen und Figurenbeziehungen.

Didaktik · Motivation · Publikationen

Von der Lehrforschung zum Ballett-Lehrbaum

Seine Lehrtätigkeit umfasst nach eigenen Veröffentlichungen Hochschullehre und berufliche Weiterbildung. Dabei beschäftigt sich Mathias Ellmann mit der Frage, wie komplexe Inhalte strukturiert, verständlich und unter Berücksichtigung menschlicher Bedürfnisse vermittelt werden können. Er ist Inhaber und Trainer von SemaTrain.

Lehrbaummodell und Fachartikel

Der 2022 in Informatik Spektrum erschienene Artikel Effektives Lehren und Lernen in der Informatik, Wirtschaftsinformatik und verwandten Fachgebieten stellt das Lehrbaummodell vor: Planung und Motivation im Stamm, weitere Lehr- und Lernaspekte sowie die Überprüfung des Unterrichts.

Originalartikel und DOI

Der Ballett-Lehrbaum

Das Fachbuch überträgt und erweitert didaktische Fragen auf das Ballett: Körperwissen, Motivation, Unterricht, Technik, Regeneration, Selbstachtung und künstlerische Entwicklung.

Zum Fachbuch

Leni und Oskar und das Geheimnis des Ballettbaums

Das Kinderbuch gestaltet Fragen des Lernens, der Geduld, des Körpergefühls und des gemeinsamen Übens als Geschichte im Ballettsaal.

Zum Kinderbuch

Kommunikation und Zusammenarbeit

Der ebenfalls 2022 veröffentlichte Fachartikel Effektive Kommunikation in Scrum und der agilen Softwareentwicklung befasst sich mit verbaler und nonverbaler Kommunikation und Konfliktsituationen. Diese Beschäftigung bietet einen fachlichen Bezugspunkt für die Gestaltung von Probenkommunikation, nicht den Nachweis bereits erprobter Ensemblearbeit.

Originalartikel und DOI

Ergänzend beschäftigt er sich auf seinen Ballettseiten mit Motivation im Ballett und gerechter Selbstbehauptung als Fragen von Lernen, Umgang und Selbstachtung.

Überzeugung ohne Vereinnahmung

Werk, Zusammenarbeit und eigenständige Wirkung

Für die Vermittlung eines choreografischen Konzepts sind drei Beziehungen zu unterscheiden: die des Choreografen zum Werk, die Zusammenarbeit mit den beteiligten Menschen und deren eigene Beziehung zum Werk. Ein künstlerischer Entwurf soll nicht allein durch die Person seines Urhebers überzeugen, sondern durch seine nachvollziehbare Idee und seine Qualität in der Erprobung.

Die Dreiteilung ist eine eigenständige Übertragung des von Werner Correll beschriebenen Beziehungsdreiecks aus Führung und Verkauf auf einen künstlerischen Kontext. Ensembles und Theater werden dabei nicht mit zu beeinflussenden Kunden gleichgesetzt. Ihre fachlichen Positionen, Rechte, Autonomie und die konkreten Produktionsbedingungen bleiben maßgeblich.

Konzeptionelle Anregung: Werner Correll, Motivation und Überzeugung in Führung und Verkauf, Kapitel 11 („Das Problem der Überzeugung in Führung und Verkauf“). Die Anwendung auf choreografische Zusammenarbeit ist eine eigene Übertragung.

Choreografische Projekte

Vier Werke, vier Beziehungsfragen

Die vier Projekte liegen als choreografische und dramaturgische Konzepte mit Werkunterlagen vor. Die konkrete Einstudierung und Bühnenfassung sind Teil der angestrebten Zusammenarbeit mit professionellen Ensembles.

Become Visible

Wahrnehmung und die Frage, wie ein Mensch für einen anderen sichtbar wird.

Built Together

Zusammenarbeit, geteilte Verantwortung und gegenseitige Unterstützung.

Stay Upright

Würde, Aufrichtung und der Umgang mit verletzlicher Selbstständigkeit.

The Primal Struggle

Grenzen, Autonomie und unterschiedliche Ansprüche an gemeinsam genutzten Raum.

Künstlerische Umsetzung

Von der Konzeption zur Bühnenfassung

Für die Umsetzung der Projektkonzepte ist die Zusammenarbeit mit professionellen Tänzerinnen und Tänzern, Theatern und gegebenenfalls künstlerischer Assistenz vorgesehen. Die technische Erprobung, die Anpassung an ein Ensemble und die konkrete Bühnenwirkung sind eigenständige Schritte, die nicht durch die schriftliche Ausarbeitung ersetzt werden.