01 · Einordnung
Was gerechte Selbstbehauptung im Ballett bedeutet
Gerechte Selbstbehauptung bedeutet hier nicht,
sich möglichst hart durchzusetzen.
Gemeint ist die Fähigkeit,
eigene Ziele, Bedürfnisse und Grenzen wahrzunehmen
und sie respektvoll und verantwortlich
in Training, Unterricht und künstlerische Arbeit einzubringen.
Ballett verlangt Aufmerksamkeit,
Wiederholung, Konzentration und häufig auch
die Bereitschaft, an schwierigen Bewegungen lange zu arbeiten.
Diese Anforderungen sind nicht grundsätzlich problematisch.
Entscheidend ist,
wie sie mit dem eigenen Körper,
der eigenen Motivation
und dem persönlichen Entwicklungsweg verbunden werden.
Die zentrale Frage lautet deshalb nicht nur:
Wie kann ich besser werden?
Ebenso wichtig ist:
Warum möchte ich diesen Weg gehen,
und unter welchen Bedingungen kann ich ihn langfristig tragen?
Kernaussage:
Ballettpraxis kann anspruchsvoll sein,
ohne Selbstachtung und Körperwahrnehmung
dem Leistungsziel unterzuordnen.
Gesundheitliche Einordnung:
Dieser Artikel beschreibt allgemeine psychologische
und pädagogische Zusammenhänge.
Er ersetzt keine psychotherapeutische,
medizinische oder psychiatrische Beratung.
Bei anhaltender Angst, Essproblemen,
ausgeprägter Erschöpfung,
Selbstverletzung oder anderen starken Beschwerden
sollte fachliche Unterstützung hinzugezogen werden.
02 · Motivation
Warum tanze ich?
Menschen können dieselbe Ballettstunde besuchen
und dennoch aus sehr unterschiedlichen Gründen trainieren.
Freude an Bewegung,
Musikalität,
Ausdruck,
Gemeinschaft,
Anerkennung,
Sicherheit,
Leistungsziele
oder der Wunsch nach persönlicher Entwicklung
können gleichzeitig eine Rolle spielen.
Für die Selbstklärung ist deshalb weniger interessant,
ob ein Motiv grundsätzlich „gut“ oder „schlecht“ ist.
Wichtiger ist,
welche Bedeutung dieses Motiv für das eigene Handeln bekommt.
Primäre und sekundäre Motivation als Denkmodell
Für diesen Artikel ist eine einfache Unterscheidung hilfreich.
Sie ist als Denkmodell zu verstehen
und nicht als starre psychologische Typologie.
Primäre Motivation
Der Tanz selbst ist bedeutsam
Bewegung,
Lernen,
Musik,
Ausdruck oder künstlerisches Arbeiten
werden bereits als sinnvoll erlebt.
-
Freude an Bewegung und Lernen
-
Interesse an Technik und Ausdruck
-
Neugier auf den eigenen Körper
-
künstlerische Entwicklung
Sekundäre Motivation
Ballett erfüllt zusätzlich einen anderen Zweck
Tanz kann beispielsweise
für Anerkennung,
Status,
Zugehörigkeit,
Kontrolle oder Selbstwert bedeutsam werden.
-
Lob und äußere Bestätigung
-
Rollen und Sichtbarkeit
-
Kontrolle des eigenen Körpers
-
Zugehörigkeit zu einer Gruppe
Sekundäre Motive sind nicht automatisch problematisch.
Fast jeder Mensch möchte Anerkennung,
Zugehörigkeit oder Erfolg erleben.
Kritisch kann es werden,
wenn der eigene Selbstwert
fast vollständig an ein solches Ziel gebunden wird.
Praktische Frage:
Würde mir das Tanzen noch etwas bedeuten,
wenn heute niemand zuschaut,
niemand bewertet
und niemand applaudiert?
03 · Grundbedürfnisse
Fünf mögliche Bedürfnisse im Ballett
Ein hilfreicher Blick auf Motivation entsteht,
wenn nicht sofort nach „mehr Disziplin“ gefragt wird,
sondern danach,
welches Bedürfnis in einer Situation besonders wichtig geworden ist.
Die folgenden fünf Bereiche greifen eine
motivationspsychologische Einteilung von Werner Correll auf.
Sie werden hier als
mögliche Perspektiven zur Selbstbeobachtung
verwendet – nicht als diagnostische Kategorien.
Bedürfnis 1
Soziale Anerkennung
Sichtbarkeit,
Rückmeldung und Anerkennung
können Entwicklung stärken.
Schwierig wird es,
wenn Rollen,
Lob,
Applaus oder Vergleich
darüber entscheiden,
ob man sich als wertvoll erlebt.
Selbstfrage:
Brauche ich gerade Rückmeldung –
oder brauche ich sie,
um mich überhaupt gut genug zu fühlen?
Bedürfnis 2
Sicherheit und Struktur
Klare Abläufe,
nachvollziehbare Korrekturen
und verlässliche Strukturen
können Lernen erleichtern.
Problematisch kann Sicherheit werden,
wenn jede Unsicherheit vermieden werden muss
und Veränderungen grundsätzlich bedrohlich wirken.
Selbstfrage:
Brauche ich Orientierung –
oder versuche ich,
jede Unsicherheit vollständig auszuschließen?
Bedürfnis 3
Vertrauen und Zugehörigkeit
Eine Klasse,
ein Ensemble oder eine Lehrperson
kann einen wichtigen sozialen Raum bilden.
Zugehörigkeit wird problematisch,
wenn eigene Grenzen
aus Angst vor Ablehnung verschwiegen werden.
Selbstfrage:
Kann ich dazugehören
und trotzdem eine andere Grenze
oder Meinung haben?
Bedürfnis 4
Selbstachtung
Selbstachtung bedeutet,
sich selbst auch dann ernst zu nehmen,
wenn Technik,
Körper oder Leistung
noch nicht den eigenen Vorstellungen entsprechen.
Ein hoher Anspruch kann wertvoll sein.
Er sollte jedoch nicht dazu führen,
dass jeder Fehler
als persönliches Versagen erlebt wird.
Selbstfrage:
Kann ich an mir arbeiten,
ohne mich dabei abzuwerten?
Bedürfnis 5
Unabhängigkeit und Autonomie
Autonomie bedeutet,
Entscheidungen mittragen
und den eigenen Entwicklungsweg
zunehmend selbst gestalten zu können.
Schwieriger wird Autonomie,
wenn jede Korrektur oder Zusammenarbeit
bereits als Einschränkung erlebt wird.
Selbstfrage:
Kann ich selbstbestimmt sein
und gleichzeitig offen für Rückmeldung bleiben?
Wichtig:
Kein Mensch hat nur ein einziges Bedürfnis.
Anerkennung,
Sicherheit,
Zugehörigkeit,
Selbstachtung und Autonomie
können gleichzeitig bedeutsam sein
und sich je nach Lebensphase verändern.
04 · Selbstbehauptung
Respekt, Verantwortung und Gerechtigkeit
Gerechte Selbstbehauptung lässt sich
über drei Leitgedanken strukturieren.
Sie gelten sowohl gegenüber anderen
als auch im Umgang mit sich selbst.
Respekt
Den eigenen Körper
und andere Menschen
nicht auf Leistung reduzieren.
-
Korrektur ohne Demütigung
-
Grenzen ohne Abwertung
-
unterschiedliche Entwicklungsgeschwindigkeiten anerkennen
Verantwortung
Entscheidungen,
Belastung und Motivation
nicht ausschließlich an Lehrende
oder äußere Erwartungen delegieren.
-
Warnsignale wahrnehmen
-
Entscheidungen begründen
-
Unterstützung suchen,
wenn sie nötig ist
Gerechtigkeit
Weder Leistung noch Schonung
automatisch absolut setzen.
-
Anspruch und Regeneration abwägen
-
eigene und fremde Interessen berücksichtigen
-
kurzfristige Ziele
gegen langfristige Entwicklung prüfen
Kommunikation geschieht nicht nur über Worte
Besonders im Ballett wirken Sprache,
Stimme,
Blick,
Körperhaltung,
Abstand und Berührung zusammen.
Deshalb genügt eine respektvolle Formulierung allein nicht,
wenn Tonfall oder Körpersprache
gleichzeitig Einschüchterung vermitteln.
Beispiel:
„Heute brauche ich bei dieser Bewegung eine Alternative“
kann klar und respektvoll ausgesprochen werden –
ohne Rechtfertigungsmonolog
und ohne die Lehrperson abzuwerten.
05 · Frustration und Druck
Wenn Entwicklung nicht so verläuft wie gewünscht
Frustration gehört zum Lernen.
Eine Drehung gelingt nicht,
eine Rolle geht an jemand anderen,
der Körper braucht mehr Zeit
oder eine Verletzung unterbricht die Entwicklung.
Solche Situationen können Ärger,
Enttäuschung,
Angst oder Rückzug auslösen.
Sie führen jedoch
nicht zwangsläufig
zu Aggression oder psychischer Erkrankung.
Entscheidend ist,
wie stark der eigene Selbstwert
an das frustrierte Ziel gebunden ist
und welche Möglichkeiten zur Verarbeitung bestehen.
Schritt 1
Ereignis
Etwas gelingt nicht
oder entspricht nicht der Erwartung.
Schritt 2
Reaktion
Enttäuschung,
Ärger,
Unsicherheit oder Angst entstehen.
Schritt 3
Bedeutung
Wird daraus
„Ich muss anders üben“
oder
„Ich bin nicht gut genug“?
Schritt 4
Handlung
Anpassung,
Gespräch,
Pause,
neue Strategie
oder weiteres Training.
Warnmuster
Aufmerksamkeit ist sinnvoll,
wenn Frustration wiederholt
in selbstschädigende oder stark belastende Muster übergeht.
-
Schmerzen werden aus Angst vor Leistungsabfall ignoriert.
-
Pausen erzeugen starke Schuldgefühle.
-
Fehler führen regelmäßig zu massiver Selbstabwertung.
-
Körpergewicht oder Körperform
werden zum dauerhaften Kontrollprojekt.
-
Freude an Bewegung verschwindet,
während der innere Zwang zum Training zunimmt.
-
soziale Kontakte,
Schlaf oder Gesundheit
werden dauerhaft dem Training untergeordnet.
Wichtig:
Wiederkehrende Erschöpfung,
starke Ängste,
Essprobleme,
depressive Symptome
oder körperliche Beschwerden
sollten nicht allein als Motivationsproblem interpretiert werden.
Sie können viele Ursachen haben
und gehören gegebenenfalls fachlich abgeklärt.
06 · Unterricht und Begleitung
Motivation fördern, ohne sie zu erzwingen
Gute Begleitung bedeutet nicht,
alle Lernenden gleich zu behandeln.
Sie bedeutet,
dieselbe Würde mit unterschiedlichen Lernbedürfnissen
zu verbinden.
Anerkennung
Sichtbarkeit ohne Abhängigkeit
Rückmeldung sollte konkret sein:
Was wurde besser?
Was funktioniert bereits?
Was ist der nächste Lernschritt?
Persönlicher Wert
sollte nicht an Rollen,
Rang oder Lob gebunden werden.
Sicherheit
Orientierung geben
Klare Aufgaben,
nachvollziehbare Korrekturen
und erkennbare Ziele
reduzieren unnötige Unsicherheit.
Gleichzeitig darf Lernen
Raum für Versuch und Fehler behalten.
Zugehörigkeit
Beziehung ohne Abhängigkeit
Gemeinschaft kann Lernen tragen.
Sie sollte jedoch nicht davon abhängen,
dass alle dieselbe Belastungsgrenze,
Meinung oder Entwicklungsgeschwindigkeit haben.
Selbstachtung
Anspruch ohne Beschämung
Eine präzise Korrektur darf anspruchsvoll sein.
Sie sollte Verhalten oder Bewegung beschreiben,
nicht den Menschen abwerten.
Autonomie
Mitdenken ermöglichen
Fortgeschrittene Lernende profitieren davon,
Ziele,
Varianten
und Entscheidungen zunehmend selbst mitzugestalten.
Für Choreografie und Proben:
Auch dort können Motivation,
Nähe,
Distanz,
Vertrauen,
Autonomie und Grenzen
Teil der künstlerischen Arbeit sein.
Sie sollten jedoch nicht mit psychologischer Diagnose
der beteiligten Personen verwechselt werden.
07 · Selbstklärung
Fragen für die eigene Ballettpraxis
Motivation muss nicht permanent analysiert werden.
In schwierigen Phasen können jedoch einige einfache Fragen helfen,
zwischen Training,
Bedürfnis,
Druck und eigener Entscheidung zu unterscheiden.
Was möchte ich in dieser Situation eigentlich erreichen?
Was daran ist mir persönlich wichtig?
Welches Bedürfnis steht gerade besonders im Vordergrund?
Würde ich genauso handeln,
wenn niemand meine Leistung bewerten würde?
Ist mein Ziel mit meinem aktuellen Körperzustand vereinbar?
Was wäre eine anspruchsvolle,
aber nicht selbstschädigende Alternative?
Welche Grenze muss ich kommunizieren?
Welche Verantwortung bleibt trotzdem bei mir?
Merksatz:
Selbstbehauptung bedeutet nicht:
„Ich mache nur, was angenehm ist.“
Sie bedeutet:
„Ich entscheide bewusst,
welche Anstrengung ich für welches Ziel tragen möchte.“
08 · Zusammenhang
Motivation ist nur eine Ebene
Motivation lässt sich nicht sinnvoll
vom Körper,
von Ernährung,
Regeneration,
Technik,
Beziehungen
und Lernbedingungen trennen.
Müdigkeit kann beispielsweise
als vermeintliches Motivationsproblem erscheinen,
obwohl eigentlich Schlaf,
Energieversorgung,
körperliche Überlastung
oder eine Erkrankung eine Rolle spielt.
Umgekehrt kann technisch alles möglich sein,
während innere Zustimmung,
Sinn oder Freude am künstlerischen Arbeiten fehlen.
Eine tragfähige Ballettpraxis verbindet:
Körperwissen + ausreichende Versorgung + Regeneration +
technische Entwicklung + psychologische Sicherheit +
Selbstachtung + künstlerische Neugier.
09 · Häufige Fragen
Fragen zu Motivation und Selbstbehauptung
Was bedeutet gerechte Selbstbehauptung im Ballett?
Eigene Ziele,
Bedürfnisse und Grenzen
werden wahrgenommen
und respektvoll und verantwortlich
in Training,
Unterricht und künstlerische Arbeit eingebracht.
Warum ist Motivation mehr als Disziplin?
Disziplin kann Training strukturieren.
Langfristig ist jedoch auch wichtig,
ob ein Mensch den eigenen Weg innerlich mitträgt,
Sinn erlebt
und Belastung mit den eigenen Grenzen vereinbaren kann.
Was ist mit primärer und sekundärer Motivation gemeint?
Primär bedeutet hier,
dass Tanz,
Bewegung oder künstlerisches Lernen selbst bedeutsam sind.
Sekundär bedeutet,
dass Ballett zusätzlich für Anerkennung,
Status,
Kontrolle oder Selbstwert genutzt wird.
Beide Formen können gleichzeitig vorkommen.
Ist Anerkennung als Motivation problematisch?
Nein.
Anerkennung ist ein normales menschliches Bedürfnis.
Problematisch kann sie werden,
wenn Selbstwert fast vollständig
von Lob,
Rollen oder Bewertung abhängig wird.
Welche Rolle spielen Grundbedürfnisse?
Bedürfnisse nach Anerkennung,
Sicherheit,
Zugehörigkeit,
Selbstachtung und Autonomie
können beeinflussen,
wie Training,
Korrektur,
Leistung und soziale Situationen erlebt werden.
Ist Frustration im Ballett schlecht?
Nein.
Frustration gehört zu Lern- und Entwicklungsprozessen.
Relevant ist,
ob sie verarbeitet werden kann
oder dauerhaft mit Angst,
Selbstabwertung oder Überforderung verbunden wird.
Wie unterstützt Selbstachtung die Entwicklung?
Selbstachtung hilft,
technischen Anspruch
von persönlichem Wert zu unterscheiden.
Dadurch kann eine Bewegung kritisiert
und verändert werden,
ohne den Menschen abzuwerten.
Wie können Lehrende Motivation unterstützen?
Durch nachvollziehbare Ziele,
respektvolle Korrektur,
klare Grenzen,
Beteiligungsmöglichkeiten
und eine Lernkultur,
in der Entwicklung nicht mit persönlichem Wert verwechselt wird.
10 · Weiterlernen
Motivation im Zusammenhang mit Körper und Bewegung
Diese Seite behandelt die psychologische
und pädagogische Perspektive.
Andere Bereiche ergänzen sie um Körperwissen,
Ernährung,
konkrete Bewegungsanalyse
und choreografische Anwendung.
Übersicht
Ballett-Wissen
Körperwissen,
Ernährung,
Motivation,
Selbstbehauptung,
Bewegungsanalyse
und künstlerische Entwicklung
im Zusammenhang.
Übersicht öffnen →
Körper
Körperwissen im Ballett
Anatomische,
physiologische
und biomechanische Grundlagen
für eine kontrollierte
und belastbare Ballettpraxis.
Körperwissen öffnen →
Versorgung
Ernährung im Ballett
Energie,
Kohlenhydrate,
Proteine,
Flüssigkeit
und Regeneration
verständlich eingeordnet.
Ernährung öffnen →
Grenze · Selbstachtung
Gerechte Selbstbehauptung im Ballett
Grenzen,
Selbstachtung,
Kommunikation
und Verantwortung
im Trainings- und Lernkontext.
Beitrag öffnen →
Technik · Bewegung
Ballett-Bewegungslexikon
Klassische Ballettbewegungen
technisch beobachten,
in Phasen verstehen
und choreografisch untersuchen.
Bewegungslexikon öffnen →
Choreografie
Vier zeitgenössische Ballettprojekte
Vier Werke über Wahrnehmung,
Zusammenarbeit,
Würde,
Grenze
und Autonomie.
Ballettprojekte ansehen →
11 · Lernen und Selbstachtung
Ballettwissen in Buchform
Zwei Bücher führen die Perspektive
auf Körperwissen,
Motivation,
Selbstachtung
und Lernen weiter.
Körper · Lernen · Motivation
Der Ballett-Lehrbaum
Ein Modell für gesundes,
reflektiertes
und künstlerisch orientiertes Lernen im Ballett –
mit Körperwissen,
Motivation,
Selbstachtung
und langfristiger Entwicklung.
Zum Ballett-Lehrbaum →
Kinder · Körpergefühl · Mut
Leni und Oskar und das Geheimnis des Ballettbaums
Eine Geschichte über Körpergefühl,
Aufmerksamkeit,
Lernen,
Mut
und Freude an Entwicklung
für jüngere Leserinnen und Leser.
Zum Kinderbuch →
12 · Fachlicher Hintergrund
Quellen und theoretische Perspektiven
Diese Seite verbindet Ballettpraxis
mit psychologischen,
kommunikativen
und sportbezogenen Modellen.
Die genannten Modelle haben unterschiedliche
wissenschaftliche und historische Hintergründe.
Insbesondere Freud,
Adler und Correll
werden hier als
theoretische Deutungs- und Denkangebote
verwendet.
Aus ihnen folgt keine eindeutige Diagnose
eines bestimmten Menschen
oder einer bestimmten Ballettbewegung.
Ellmann, Mathias
Selbstbehauptung – Die Kunst der gerechten Selbstbehauptung.
2024.
ISBN 978-3-7554-9047-0.
Grundlage des hier verwendeten Modells
von Respekt,
Verantwortung,
Gerechtigkeit,
Grenzsetzung
und verantwortlicher Kommunikation.
Correll, Werner
Motivation und Überzeugung in Führung und Verkauf.
Redline Wirtschaft,
Heidelberg,
2006.
Herangezogen für die Einteilung
unterschiedlicher motivationaler Bedürfnisse.
Correll, Werner
Menschen durchschauen und richtig behandeln:
Psychologie für Beruf und Familie.
mvg Verlag,
München,
2015.
Hintergrund für Überlegungen
zu Motivation,
Wahrnehmung,
Frustration
und unterschiedlichen Verhaltensmustern.
Adler, Alfred
Menschenkenntnis.
Anaconda Verlag,
Köln,
2008.
Historische individualpsychologische Perspektive
auf Minderwertigkeit,
Kompensation
und persönliches Streben.
Freud, Sigmund
Gesammelte Werke.
Anaconda Verlag,
Köln,
2014.
Historische psychoanalytische Perspektive
auf innere Konflikte,
Spannungsregulation
und unbewusste Prozesse.
Braiker, Harriet
Giftige Beziehungen – Wenn andere uns krank machen.
S. Fischer Verlag,
2016.
ISBN 978-3-596-15195-0.
Mehrabian, Albert
Silent Messages.
Belmont,
CA:
Wadsworth Publishing,
1972.
Als Hintergrund für die Betrachtung
verbaler und nonverbaler Kommunikation.
Vereinfachte Prozentregeln
zur Bedeutung von Körpersprache
werden daraus ausdrücklich nicht abgeleitet.
Durante, Viviana (Hrsg.)
Ballett: Eine visuelle Reise durch die Geschichte des Tanzes.
Dorling Kindersley Verlag GmbH,
München,
2019.
ISBN 978-3-8310-3789-6.
Academy of Sports – Lehrskripte
Ernährung im Breitensport,
Training im Breitensport
sowie anatomische und physiologische Grundlagen.
Allgemeine sportwissenschaftliche Inhalte
werden auf dieser Website
eigenständig auf den Ballettkontext übertragen.
Hinweis zur Einordnung:
Die Verbindung dieser Modelle mit Ballett
ist eine eigenständige didaktische Aufbereitung.
Sie stellt weder ein klinisches Diagnoseverfahren
noch einen offiziellen Bestandteil
der genannten Ausbildungs-Curricula dar.
Konzeption · Ballettwissen · Choreografie
Mathias Ellmann
Mathias Ellmann verbindet im Ballettbereich
Körperwissen,
Lern- und Motivationsfragen,
systematische Bewegungsanalyse
und choreografische Anwendung.
Die Seite ist Teil des Bereichs
Ballett-Wissen
.
Dort werden Körper,
Ernährung,
Motivation,
Selbstbehauptung,
Bewegung
und künstlerische Entwicklung
miteinander verbunden.
Das
Ballett-Bewegungslexikon
untersucht konkrete klassische Ballettbewegungen
technisch und beobachtbar.
In den
zeitgenössischen Ballettprojekten
wird klassische Technik
als Sprache menschlicher Beziehungen weitergedacht.