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Mündigkeit praktisch leben

Gerechte Selbstbehauptung als Praxis der Mündigkeit

Mündigkeit zeigt sich nicht nur im Denken. Sie wird praktisch, wenn Menschen eigene Bedürfnisse, Grenzen und Überzeugungen klar vertreten, andere dabei respektieren und Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen.

Stand: 18. September 2026 · Mathias Ellmann

Kurzantwort:

Kapitel 16 von „Mündiger Bürger statt unmündiger Untertan“ beschreibt gerechte Selbstbehauptung als konkrete Praxis von Mündigkeit.

Die methodische Grundlage wurde bereits im Buch „Die Kunst der gerechten Selbstbehauptung“ entwickelt. Dort stehen Kommunikation, Grenzen, Respekt, Verantwortung und die Abgrenzung von Dominanz, Manipulation und Rückzug im Mittelpunkt.

Beide Werke erfüllen damit unterschiedliche Aufgaben: Das frühere Buch entwickelt die individuelle Praxis; das Mündigkeitsbuch überträgt diese Praxis auf gesellschaftliche Ordnung und Verantwortung.

Warum gerechte Selbstbehauptung zur Mündigkeit gehört

Kapitel 16 des Mündigkeitsbuches beschreibt gerechte Selbstbehauptung als praktische Umsetzung des zuvor entwickelten Mündigkeitsbegriffs.

Drei Elemente stehen dabei besonders im Mittelpunkt:

Mündigkeit bleibt damit nicht bei der inneren Urteilsbildung stehen. Sie zeigt sich darin, wie ein Mensch seine Entscheidung nach außen vertritt.

Drei Kommunikationsebenen

„Die Kunst der gerechten Selbstbehauptung“ unterscheidet drei Ebenen, auf denen Selbstbehauptung kommuniziert wird.

Ebene Worum geht es?
Verbal Wortwahl, Klarheit und Formulierung des eigenen Anliegens.
Paraverbal Tonfall, Lautstärke, Sprechgeschwindigkeit und Betonung.
Nonverbal Haltung, Gestik, Mimik und Blickkontakt.
Quellenpräzision: Diese Dreiteilung stammt aus dem Buch „Die Kunst der gerechten Selbstbehauptung“. Sie ist keine gesetzliche oder psychologische Universaldefinition von Kommunikation.

Die drei Säulen im Ausgangsbuch

Kapitel 2.2 des Selbstbehauptungsbuches benennt drei Säulen:

Diese drei Säulen werden im Mündigkeitsbuch nicht einfach wiederholt, sondern in einen größeren gesellschaftlichen Zusammenhang gestellt.

Abgrenzung von Dominanz, Manipulation und Flucht

Verhaltensweise Abgrenzung im Buchmodell
Dominanz Eigene Ziele werden auf Kosten der Autonomie oder Perspektive des Gegenübers durchgesetzt.
Manipulation Einfluss wird verdeckt, durch Täuschung, Druck oder emotionale Steuerung ausgeübt.
Flucht Eigene Anliegen oder Grenzen werden nicht vertreten.
Gerechte Selbstbehauptung Das eigene Anliegen wird klar vertreten, ohne die Rechte und Würde anderer zu missachten.

Was macht Selbstbehauptung innerhalb des Modells gerecht?

Kapitel 4 des Ausgangsbuches ordnet dafür insbesondere drei Faktoren ein:

Entscheidend ist damit nicht nur das sichtbare Verhalten, sondern auch die Zielrichtung der Einflussnahme.

Gerechte Selbstbehauptung im Fünf-Stufen-Modell

Kapitel 16.4 des Mündigkeitsbuches überträgt das dort verwendete Fünf-Stufen-Modell auf die konkrete Selbstbehauptung.

Stufe Anwendung
Motivation Warum ist mein Anliegen wichtig?
Ziel Was möchte ich erreichen oder welche Grenze setze ich?
Spontanverarbeitung Welche Emotionen, Unsicherheiten und Reaktionen nehme ich wahr?
Logische Verarbeitung Ist mein Anliegen begründbar und wie kann ich es fair vertreten?
Abschluss Welche Position vertrete ich und welche Folgen übernehme ich?

Modellquelle Werner Correll: Motivation und Überzeugung in Führung und Verkauf. Redline Wirtschaft, Heidelberg, 2006.

Übertragung Mathias Ellmann: Mündiger Bürger statt unmündiger Untertan, Kapitel 16.4.

Wichtig: Die gerechte Selbstbehauptung selbst wird damit nicht Werner Correll zugeschrieben. Correll ist hier die Modellquelle für M–Z–SV–LV–A.

Ein praktischer Selbstcheck

Quellen zu dieser Wissensseite

Unmittelbarer Buchbezug Mathias Ellmann: Mündiger Bürger statt unmündiger Untertan , insbesondere Kapitel 16.

Methodischer Ausgangspunkt Mathias Ellmann: Die Kunst der gerechten Selbstbehauptung , insbesondere Kapitel 1 bis 4.

Modellquelle Werner Correll: Motivation und Überzeugung in Führung und Verkauf, 2006 – ausschließlich für die Grundstruktur des Fünf-Stufen-Modells.

Gesellschaftlicher Zusammenhang: Warum gerechte Selbstbehauptung im Buch mit einer Ordnung durch Überzeugung und Verantwortung verbunden wird, zeigt die Wissensseite „Zwang und Gehorsam vs. Überzeugung und Verantwortung“ .
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Über den Autor

Mathias Ellmann

Ing. Mathias Ellmann, M. Sc. arbeitet freiberuflich als IT-Sachverständiger, KI-Berater, Trainer, Autor und Dozent.

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