Themen: Bewegungsapparat · Muskulatur · Energiestoffwechsel · Biomechanik · Regeneration · Verletzungsprävention
Der HYROX-Wettkampf stellt den gesamten Körper vor komplexe Herausforderungen: acht funktionelle Übungen kombiniert mit acht Laufeinheiten. Erfolg entsteht, wenn Kraft, Ausdauer, Technik und Regeneration in physiologischem Gleichgewicht stehen. Dafür ist ein präzises Verständnis des Körpers entscheidend.
Der menschliche Organismus arbeitet als System: Muskeln, Herz-Kreislauf und Stoffwechsel reagieren auf Reize und passen sich durch Training an. Nur wer weiß, wie diese Anpassungsprozesse funktionieren, kann Trainingsreize effizient setzen und Überlastungen vermeiden.
Kernaussage: Wissenschaftliches Körperverständnis ist kein theoretischer Luxus – sondern die Grundlage für Leistungssteigerung, Stabilität und nachhaltiges Training im HYROX.
Der Bewegungsapparat ist das Fundament jeder HYROX-Leistung. Knochen, Gelenke, Muskeln und Sehnen bilden ein fein abgestimmtes System, das Bewegung, Stabilität und Kraftübertragung ermöglicht. Jede Disziplin beansprucht unterschiedliche Muskelketten – wer ihre Funktion versteht, kann Technik, Kraft und Regeneration gezielt steuern.
Was ist das? Laufen ist das verbindende Element im HYROX-Wettkampf. Zwischen jeder Kraftstation absolvierst du einen Laufabschnitt von 1 km – insgesamt also 8 km. Es handelt sich um gleichmäßiges, zyklisches Ausdauerlaufen in mittlerer bis hoher Intensität. Ziel ist es, die Herzfrequenz zu stabilisieren und gleichzeitig Energie für die kommenden Übungen zu sparen.
Wie wird die Übung ausgeführt?
Im Wettkampf läuft man auf einer Indoor-Strecke (meist 250 m Rundkurs). Die Bewegung erfolgt in fließendem Rhythmus:
Aufsetzen über den Mittelfuß, Knie leicht gebeugt, Hüfte stabil in Streckung, Arme schwingen locker mit.
Die Schrittfrequenz liegt meist zwischen 160–180 Schritten pro Minute, abhängig von Größe und Technik.
Wie oft?
8 Intervalle à 1 km – jeweils unmittelbar nach einer Kraftdisziplin.
Wo wirkt die Übung?
Biomechanik & Funktion:
Der Laufzyklus besteht aus zwei Phasen – Stützphase (Kraftübertragung) und Schwungphase (Beinführung).
Dabei wirken Hüftstrecker, Kniebeuger und Wadenmuskulatur in einer dynamischen Kette zusammen.
Der Rumpf stabilisiert die Wirbelsäule gegen Rotationskräfte.
Die Laufökonomie hängt direkt von der koordinativen Ansteuerung dieser Muskelgruppen ab.
Warum wichtig:
Laufen ist mehr als Ausdauertraining – es ist das Bindeglied zwischen den Stationen.
Eine ökonomische Technik spart Energie, reduziert Stoßbelastung und verbessert die Regenerationsfähigkeit zwischen den Disziplinen.
Tipp: Techniktraining (z. B. Lauf-ABC, Hüftmobilität) und regelmäßiges Core-Training verbessern Schrittlänge, Stabilität und Laufökonomie erheblich.
Was ist das? Der SkiErg simuliert das klassische Skilanglauf-Doppelstockziehen. Im HYROX wird er als zweite Disziplin eingesetzt, direkt nach dem ersten Lauf. Ziel ist es, mit rhythmischen, kraftvollen Armzügen 1000 m möglichst effizient zu absolvieren.
Wie wird die Übung ausgeführt?
Du stehst hüftbreit vor dem Gerät, greifst beide Griffe über Kopf und ziehst sie mit beiden Armen kräftig nach unten,
während der Oberkörper kontrolliert nach vorn kippt. Die Bewegung endet auf Höhe der Hüfte.
Danach folgt eine kurze Rückführung nach oben, bevor der nächste Zug beginnt.
Wichtig: Arme und Rumpf arbeiten synchron – die Kraft entsteht aus der Kombination von Schulterzug, Rumpfspannung und Hüftstreckung.
Wie oft?
Einmal pro Wettkampf – 1000 m SkiErg nach dem ersten 1 km-Lauf.
Wo wirkt die Übung?
Biomechanik & Funktion:
Der SkiErg vereint Armzug, Rumpfbeugung und Hüftstreckung zu einer geschlossenen kinetischen Kette.
Die Bewegung startet über die Schultern, läuft über die Wirbelsäule und endet in der Hüftstreckung.
Besonders gefordert sind die exzentrische Rumpfstabilität und die koordinierte Kraftübertragung zwischen Ober- und Unterkörper.
Warum wichtig:
Der SkiErg trainiert Kraftausdauer, Körperkontrolle und Atemrhythmus.
Ein starker Core reduziert Energieverluste und schützt Schultern und Lendenwirbelsäule vor Überlastung.
Tipp: Achte auf gleichmäßige Zugfrequenz (30–36 Züge/Minute) und eine aktive Rückführung der Arme. Ein stabiler Rumpf ist wichtiger als maximale Armkraft.
Was ist das? Der Sled Push – das Schlittenschieben – ist eine der anspruchsvollsten HYROX-Disziplinen. Auf einer 50 Meter langen Strecke wird ein schwer beladener Schlitten (je nach Kategorie zwischen 102 kg und 202 kg) mit reiner Muskelkraft nach vorn bewegt. Die Übung trainiert Maximalkraft, Beinkraftausdauer und Rumpfstabilität in einer dynamischen Vorwärtsbewegung.
Wie wird die Übung ausgeführt?
Du positionierst dich in tiefer Vorneigung hinter dem Schlitten, die Hände liegen fest an den Griffholmen.
Der Rücken bleibt gerade, der Blick leicht nach vorn. Aus dieser Haltung heraus schiebst du den Schlitten mit kraftvoller Hüft- und Kniestreckung nach vorn.
Das Körpergewicht bleibt auf dem Vorfuß, die Schritte sind kurz und explosiv.
Wichtig: Der Oberkörper bleibt stabil – die Kraftübertragung erfolgt durch die Hüfte, nicht durch die Arme.
Wie oft?
Einmal pro Wettkampf – 50 Meter mit voller Belastung nach dem zweiten Laufabschnitt.
Wo wirkt die Übung?
Biomechanik & Funktion:
Der Sled Push ist eine geschlossene kinetische Kette: Kraft wird vom Boden über die Beine und den Rumpf auf die Griffpunkte übertragen.
Der Körperschwerpunkt liegt vor dem Stützpunkt, wodurch die Vorwärtsbewegung durch konstante Hüftstreckung aufrechterhalten wird.
Der Bewegungswinkel bestimmt die Beanspruchung – flache Haltung fordert den Gluteus maximal, aufrechtere Position verlagert mehr auf den Quadrizeps.
Eine stabile Rumpfspannung ist entscheidend, um die Energie nicht in Rotationsbewegungen zu verlieren.
Warum wichtig:
Der Sled Push fördert nicht nur rohe Kraft, sondern auch Effizienz in der Kraftübertragung.
Athlet:innen mit starker Hüftstreckung und stabiler Körpermitte bewegen den Schlitten ökonomischer und ermüden langsamer.
Eine schwache Rumpfkontrolle führt dagegen zu Energieverlust und Überlastung der Lendenwirbelsäule.
Tipp: Trainiere Sled Pushes in unterschiedlichen Griffhöhen. Tiefer Griff stärkt den Gluteus, hoher Griff verbessert die Ganzkörperkoordination. Ergänzend: Front Squats und Core-Stabilisationsübungen (z. B. Plank mit Beinabstoß) zur Leistungssteigerung.
Was ist das? Der Sled Pull ergänzt den Sled Push: Der beladene Schlitten wird diesmal rückwärts über eine Distanz von 50 Metern gezogen. Über ein Seil wird Zugkraft aufgebaut, während der Athlet sich mit Rückwärtsschritten stabilisiert. Die Übung beansprucht vor allem Rücken, Bizeps, Hüftstrecker und Core – sie kombiniert Kraft, Koordination und Gleichgewicht.
Wie wird die Übung ausgeführt?
Du stehst leicht in die Knie gebeugt, ziehst das Seil mit kräftigen Armbewegungen zum Körper,
gehst dabei kontrolliert rückwärts und hältst den Oberkörper stabil.
Der Zug erfolgt in einer Kombination aus Armbeugung, Schulterblattaktivierung und Hüftstreckung.
Während du das Seil heranziehst, verlagert sich dein Gewicht gleichmäßig auf beide Beine, um ein Gleichgewichtsverlust zu vermeiden.
Wichtig: Der Rücken bleibt gerade, der Core fest, und die Schultern ziehen nach hinten – kein Rundrücken!
Wie oft?
Einmal pro Wettkampf – 50 Meter rückwärts Ziehen nach dem dritten Laufabschnitt.
Wo wirkt die Übung?
Biomechanik & Funktion:
Der Sled Pull kombiniert horizontale Zugkraft mit Rückwärtsbewegung – eine selten trainierte, aber äußerst funktionelle Kombination.
Die Zugkette reicht von den Unterarmen über den Rücken bis in die Hüftstrecker.
Dabei wirken konzentrische und exzentrische Kräfte gleichzeitig: Arme und Rücken ziehen,
während Beine und Core stabilisieren.
Eine gleichmäßige Bewegung ohne Rucken ist entscheidend für Effizienz und Sicherheit.
Warum wichtig:
Der Sled Pull trainiert die muskuläre Balance zum Sled Push und schützt vor Dysbalancen zwischen Vorder- und Rückseite.
Er stärkt die Griffkraft, verbessert die Rumpfstabilität und fördert die Koordination zwischen Ober- und Unterkörper.
Tipp: Halte das Seil eng am Körper und ziehe mit kraftvoller Schulterblattbewegung. Rückwärtslaufen in kleinen Schritten erhöht die Kontrolle und mindert das Risiko, das Gleichgewicht zu verlieren.
Was ist das? Der Burpee Broad Jump ist die dynamischste Kombination im HYROX-Parcours. Er vereint den klassischen Burpee – bestehend aus Liegestütz und Aufstehen – mit einem explosiven Weitsprung nach vorn. Ziel ist es, die 80 Meter Strecke in so wenigen Wiederholungen wie möglich zu absolvieren, wobei jede Bewegung Kraft, Koordination und Präzision verlangt.
Wie wird die Übung ausgeführt?
Du beginnst aus dem Stand, gehst kontrolliert in die Hocke, legst die Hände auf den Boden und springst mit den Füßen nach hinten in die Liegestützposition.
Nach einer vollständigen Brustberührung am Boden drückst du dich explosiv hoch, springst mit beiden Füßen vor und führst anschließend einen kraftvollen Weitsprung nach vorn aus.
Nach der Landung gehst du direkt in die nächste Wiederholung über.
Der Bewegungsfluss sollte ohne Unterbrechung verlaufen – rhythmisch, aber kontrolliert, mit sauberer Landung und stabiler Rumpfhaltung.
Wie oft?
Einmal pro Wettkampf – 80 Meter Gesamtstrecke, meist rund 25–35 Wiederholungen, abhängig von Sprungweite und Technik.
Wo wirkt die Übung?
Biomechanik & Funktion:
Der Burpee Broad Jump kombiniert eine vertikale und horizontale Kraftentfaltung in einer einzigen Bewegung.
In der exzentrischen Phase (Absenken in die Liegestützposition) wird Energie gespeichert,
die in der anschließenden konzentrischen Phase (Sprung) freigesetzt wird – der sogenannte Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus.
Dieser trainiert Explosivkraft, Reaktionsfähigkeit und intermuskuläre Koordination.
Der Core wirkt dabei als zentraler Kraftüberträger zwischen Ober- und Unterkörper.
Warum wichtig:
Der Burpee Broad Jump ist die ultimative Belastungsprobe für Ganzkörperkraft, Stabilität und Bewegungsrhythmus.
Wer die Bewegung technisch sauber ausführt, kann Ermüdung reduzieren, Sprungweite verbessern und Gelenkbelastung minimieren.
Eine starke Rumpfmuskulatur und saubere Landetechnik sind der Schlüssel zu Effizienz und Verletzungsprävention.
Tipp: Trainiere den Bewegungsfluss isoliert: erst saubere Burpees, dann Sprungtechnik. Konzentriere dich beim Landen auf leise, kontrollierte Aufpralle und stabile Knieachsen. Kraftübungen wie Box Jumps oder Hip Thrusts verbessern deine Explosivität deutlich.
Was ist das? Das Rudern am Ergometer ist eine der technisch anspruchsvollsten Disziplinen im HYROX. Über eine Distanz von 1000 Metern müssen Beinkraft, Rumpfstabilität und Zugkraft optimal zusammenspielen. Ziel ist es, den Rhythmus zwischen Beinstreckung, Hüftbewegung und Armzug präzise zu halten – für maximale Effizienz und minimale Ermüdung.
Wie wird die Übung ausgeführt?
Du sitzt mit aufrechter Haltung auf dem Ruderergometer, die Füße fest in den Schlaufen.
Die Bewegung beginnt mit einer kräftigen Beinstreckung, gefolgt von einer kontrollierten Rücklage des Oberkörpers und schließlich dem Armzug bis zum unteren Brustbein.
Danach erfolgt die Rückführung in umgekehrter Reihenfolge: Arme vor, Oberkörper leicht nach vorn, Knie beugen.
Der Bewegungsablauf ist fließend und rhythmisch – nicht hektisch.
Ein stabiler Core verhindert, dass die Lendenwirbelsäule überlastet wird.
Wie oft?
Einmal pro Wettkampf – 1000 Meter Rudern nach dem vierten Laufabschnitt.
Wo wirkt die Übung?
Biomechanik & Funktion:
Rudern ist eine zyklische Bewegung mit klarer Kraftreihenfolge: Beine – Rumpf – Arme.
Die Beinstreckung liefert etwa 60 % der Gesamtleistung, der Rumpf 20 % und die Arme die restlichen 20 %.
Der Bewegungsablauf nutzt die Hüftstreckung als Bindeglied zwischen Unter- und Oberkörper.
Eine saubere Sequenz und kontrollierte Rückführung verhindern Energieverluste und sichern gleichmäßige Belastung.
Warum wichtig:
Effizientes Rudern bedeutet, große Muskelgruppen rhythmisch zu koordinieren.
Eine stabile Körperachse und gleichmäßige Bewegungsausführung schonen Rücken und Schultern und verhindern Technikfehler,
die bei Ermüdung häufig auftreten.
Der Rhythmus zwischen Kraftphase und Erholungsphase ist entscheidend für Leistung und Ausdauer.
Tipp: Achte auf das Verhältnis von Zug- zu Rückführungszeit – ideal ist 1:2 (eine Sekunde Zug, zwei Sekunden Rückkehr). Die Kraft entsteht aus den Beinen, nicht aus den Armen. Regelmäßiges Techniktraining und Core-Workouts verbessern deine Effizienz erheblich.
Was ist das? Der Farmers Carry, auch „Bauernlauf“ genannt, ist eine funktionelle Kraftübung, bei der du schwere Gewichte – meist Kettlebells oder Hanteln – seitlich am Körper trägst. Im HYROX beträgt die Distanz 200 Meter, das Gewicht variiert je nach Kategorie. Die Aufgabe besteht darin, das Gewicht kontrolliert und zügig über die gesamte Strecke zu bewegen, ohne dabei die Körperhaltung zu verlieren.
Wie wird die Übung ausgeführt?
Du greifst zwei gleich schwere Gewichte, richtest dich auf und hältst die Schultern aktiv nach hinten unten gezogen.
Der Rumpf bleibt fest, der Blick nach vorn gerichtet.
Mit kleinen, gleichmäßigen Schritten bewegst du dich vorwärts, ohne die Last seitlich ausschwingen zu lassen.
Wichtig ist eine neutrale Wirbelsäule – vermeide einseitiges Abkippen oder übermäßige Rotation.
Wie oft?
Einmal pro Wettkampf – 200 Meter mit gleichmäßigem Tempo, nach dem fünften Laufabschnitt.
Wo wirkt die Übung?
Biomechanik & Funktion:
Der Farmers Carry ist eine isometrische Ganzkörperübung.
Alle beteiligten Muskeln arbeiten statisch, um das Gewicht stabil zu halten, während der Unterkörper dynamisch voranschreitet.
Die aufrechte Haltung wird durch die Core-Muskulatur und den Gluteus medius gesichert, während Unterarme und Schultern die Last kontrollieren.
Diese Kopplung von Haltekraft und dynamischer Bewegung macht den Farmers Carry zu einer der effektivsten Übungen für Rumpf- und Griffkraft.
Warum wichtig:
Der Farmers Carry stärkt die Verbindung zwischen Griff, Schulter und Rumpf – entscheidend für Stabilität in allen HYROX-Disziplinen.
Eine starke Griffkraft verbessert die Leistung bei Sled Pulls, Sandbag Lunges und Wall Balls, während eine stabile Körpermitte die Lauftechnik unterstützt.
Tipp: Trainiere regelmäßig Loaded Carries mit variabler Last – z. B. „Suitcase Carry“ (einseitig) zur Verbesserung der Antirotationskraft. Halte die Schultern aktiv nach hinten und die Brust leicht angehoben, um ein Zusammenfallen des Oberkörpers zu vermeiden.
Was ist das? Die Sandbag Lunges – Ausfallschritte mit Sandsack – sind eine klassische Einbeinübung mit zusätzlicher Last. Im HYROX wird ein Sandsack auf den Schultern oder im Nacken getragen, während du dich mit wechselnden Ausfallschritten 100 Meter fortbewegst. Diese Disziplin fordert Kraft, Balance und Koordination in gleichem Maße.
Wie wird die Übung ausgeführt?
Du platzierst den Sandsack gleichmäßig auf den Schultern, richtest den Rumpf auf und machst einen kontrollierten Ausfallschritt nach vorn.
Das hintere Knie nähert sich dem Boden, ohne ihn zu berühren.
Anschließend drückst du dich über die Ferse des vorderen Beins wieder in den Stand und führst den nächsten Schritt mit dem anderen Bein aus.
Wichtig ist eine stabile Körperachse – Knie zeigen nach vorn, das Becken bleibt waagrecht, der Core fest aktiviert.
Wie oft?
Einmal pro Wettkampf – 100 Meter mit wechselnden Beinen, meist etwa 40–50 Wiederholungen.
Wo wirkt die Übung?
Biomechanik & Funktion:
Sandbag Lunges kombinieren exzentrische und konzentrische Muskelarbeit.
Beim Absenken (exzentrisch) kontrollieren Quadrizeps und Gluteus die Bewegung, beim Aufstehen (konzentrisch) liefern sie die Hauptkraft.
Durch das zusätzliche Gewicht auf den Schultern wird die Rumpfmuskulatur stärker aktiviert, um Balance und Körperhaltung zu sichern.
Die Übung stärkt nicht nur Beine und Gesäß, sondern auch die neuromuskuläre Kontrolle über die Beinachse.
Warum wichtig:
Sandbag Lunges fördern Stabilität und Beweglichkeit in Hüfte und Knie und verbessern die Kraftübertragung beim Laufen und Springen.
Sie trainieren gleichzeitig Gleichgewicht, Körperspannung und Ausdauer – alles zentrale Faktoren für die Leistung im HYROX.
Tipp: Achte auf aufrechte Körperhaltung und gleichmäßige Schrittlänge. Trainiere zusätzlich „Reverse Lunges“ zur Verbesserung der Kontrolle in der hinteren Kette. Ein aktiv gespannter Core schützt den unteren Rücken bei längeren Belastungen.
Was ist das? Die Wall Balls bilden den Abschluss des HYROX-Wettkampfs – die letzte, aber oft entscheidende Disziplin. Hierbei führst du wiederholte Kniebeugen mit einem Medizinball aus und wirfst den Ball nach jeder Aufwärtsbewegung an eine Zielmarkierung an der Wand (je nach Kategorie meist 3 m Höhe). Diese Kombination aus Beinkraft, Ganzkörperkoordination und Rhythmuskontrolle fordert dich nach acht vorherigen Disziplinen sowohl physisch als auch mental.
Wie wird die Übung ausgeführt?
Du stehst etwa eine Armlänge vor der Wand, hältst den Medizinball (6–9 kg) auf Brusthöhe und gehst kontrolliert in die tiefe Kniebeuge, bis die Hüfte unterhalb der Knie ist.
Aus dieser Position streckst du Beine und Hüfte explosiv, nutzt den Schwung der Streckkette und wirfst den Ball mit gestreckten Armen präzise auf die Zielmarke.
Nach dem Fangen nimmst du den Ball wieder vor die Brust und gehst sofort in die nächste Wiederholung über.
Die Bewegung erfolgt fließend – atme beim Absenken ein und beim Wurf kraftvoll aus.
Wie oft?
Einmal pro Wettkampf – 100 Wiederholungen direkt nach dem achten Laufabschnitt (letzter Kraft-Block).
Wo wirkt die Übung?
Biomechanik & Funktion:
Die Wall Balls vereinen zwei Bewegungsmuster – die vertikale Kniebeuge und den Wurf.
Beim Aufrichten wirken Quadrizeps und Gluteus konzentrisch, um die kinetische Energie zu erzeugen, die anschließend über Rumpf und Arme in den Ball übergeht.
Der Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus zwischen Beuge- und Wurfphase steigert Explosivität und Kraftausdauer.
Ein stabiler Core verhindert, dass Energie in Rotationsbewegungen verloren geht, und schützt gleichzeitig die Wirbelsäule.
Warum wichtig:
Die Wall Balls verlangen präzise Bewegungsausführung trotz Ermüdung.
Sie zeigen, wie effizient du Unter- und Oberkörper koordinieren kannst.
Saubere Technik – stabiler Rumpf, gleichmäßiger Rhythmus und kontrollierte Atmung – entscheidet über den Endspurt und kann wertvolle Sekunden im Ziel bringen.
Tipp: Achte auf eine konstante Tiefe in der Kniebeuge und wirf den Ball über die Beine, nicht nur aus den Armen. Trainiere mit leichterem Ball, um Technik und Rhythmus zu verbessern, bevor du mit Wettkampfgewicht arbeitest. Eine ruhige Atmung und bewusste Körperspannung helfen, auch in der Schlussphase präzise zu bleiben.
Kernaussage: Jede HYROX-Übung aktiviert ganze Muskelketten – nicht isolierte Muskeln. Wer versteht, wo ein Muskel liegt, was er tut und wann er arbeitet, verbessert Technik, Kraftfluss und Verletzungsprophylaxe gleichermaßen.
Neben den acht offiziellen Workout-Stationen (plus 8 × 1 km Laufen als verbindendes Element) bildet ein strukturiertes Ergänzungstraining die Grundlage für ganzheitliche Leistungsfähigkeit. Diese Module verbinden Kraft, Technik, Stabilität und Regeneration zu einem funktionellen System, das Körper und Nervensystem gezielt auf die komplexen Anforderungen des HYROX vorbereitet. Während die Wettkampfaufgaben vor allem Ausdauer und Kraftausdauer fordern, entwickeln die ergänzenden Module jene Eigenschaften, die über Sieg oder Erschöpfung entscheiden – Bewegungsqualität, Energieeffizienz, muskuläre Balance und Erholungsfähigkeit.
Jedes Modul fokussiert einen zentralen Baustein sportlicher Leistungsfähigkeit:
Gemeinsam formen diese Trainingskomponenten ein ganzheitliches HYROX-System: Kraft und Technik werden durch Mobilität ergänzt, Stabilität durch bewusste Atmung, und Leistung durch Erholung gesichert. Wer diese Module konsequent integriert, verbessert nicht nur seine Wettkampfzeiten, sondern entwickelt einen widerstandsfähigen, funktionell starken Körper, der Belastung, Ermüdung und Druck standhält.
Was ist das?
Lauftechnik- und Mobilitätstraining optimieren die biomechanischen Voraussetzungen für effiziente Fortbewegung.
Sie schulen intermuskuläre Koordination, Gelenkbeweglichkeit und aktive Stabilität – Grundlagen für ökonomisches Laufen, saubere Bewegungsabläufe und reduzierte Gelenkbelastung in allen HYROX-Stationen.
Ziel ist nicht schnelleres, sondern effizienteres Laufen: weniger Energieverbrauch pro Schritt bei konstanter Geschwindigkeit.
Wie wird trainiert?
Ein typisches Technik- und Mobilitätsprogramm kombiniert:
Biomechanik & Funktion:
Eine effiziente Laufbewegung beruht auf der abgestimmten Funktion von Fußgelenk, Knie und Hüfte.
Der Mittelfußaufsatz reduziert Stoßbelastung, die aktive Hüftstreckung verbessert Vortrieb, und die Rumpfspannung sichert die Energieübertragung entlang der kinetischen Kette.
Mobilität im Hüftgelenk ermöglicht eine größere Schrittlänge, während stabile Sprunggelenke die Kraft beim Abdruck präziser leiten.
Typische Fehler:
Übermäßiger Fersenlauf, mangelnde Hüftstreckung, eingeschränkte Sprunggelenksbeweglichkeit und fehlende Rumpfspannung.
Diese führen zu höherem Energieverbrauch, kompensatorischen Bewegungen und Überlastungen im unteren Rücken oder Knie.
Warum wichtig:
Eine stabile Beinachse und mobile Hüfte erhöhen Laufökonomie und Belastungstoleranz.
Sie bilden die Basis für die Übergänge zwischen den Stationen – besonders nach schweren Übungen wie Sled Push oder Lunges, wenn der Bewegungsapparat stark ermüdet ist.
Tipp: Führe regelmäßig Drills barfuß oder in minimalistischen Schuhen auf weichem Untergrund aus – das verbessert Fußstabilität und sensorische Kontrolle. Kombiniere Mobilitätsarbeit mit Core-Übungen (z. B. Dead Bug, Bird Dog), um Beweglichkeit und Haltungskontrolle parallel zu schulen.
Was ist das?
Das Grundkrafttraining legt das Fundament für alle leistungsrelevanten Bewegungen im HYROX.
Es schult die Fähigkeit, große Muskelgruppen koordiniert einzusetzen und stabile Gelenkpositionen auch unter Last zu halten.
Ziel ist eine ganzheitliche Kraftentwicklung in Druck- (Push) und Zugketten (Pull) sowie eine symmetrische Belastung des Bewegungsapparates.
Wie wird trainiert?
Die Basis bilden klassische Mehrgelenksübungen:
Biomechanik & Funktion:
Krafttraining stabilisiert die statischen Strukturen (Knochen, Sehnen, Gelenke) und verbessert die Ansteuerung motorischer Einheiten.
In Mehrgelenksübungen wird Kraft entlang der kinetischen Kette aufgebaut und übertragen – vom Fuß über die Hüfte bis zum Schultergürtel.
Diese Effizienz ist entscheidend, wenn im Wettkampf Belastungen über mehrere Minuten konstant wirken, etwa beim Rudern oder Schlittenziehen.
Typische Fehler:
Zu hohe Gewichte bei instabiler Technik, unzureichende Rumpfspannung, asymmetrische Belastung oder Vernachlässigung der hinteren Kette.
Solche Fehler führen langfristig zu muskulären Dysbalancen, Instabilität und Leistungseinbußen.
Warum wichtig:
Kraftgrundlagen sichern die strukturelle Integrität des Bewegungsapparates und ermöglichen kontrollierte Belastungssteigerung.
Nur auf dieser Basis kann funktionelle Kraft in HYROX-spezifische Leistung umgesetzt werden – von stabiler Hüftstreckung bis zu explosivem Abdruck.
Tipp: Führe regelmäßig Technikblöcke mit leichter Last ein, um Bewegungskontrolle zu festigen. Variiere die Übungsformen – z. B. Front Squats für aufrechten Oberkörper, Romanian Deadlifts für die hintere Kette. Qualität, Stabilität und Atmung („Bracing“) sind wichtiger als maximale Last.
Was ist das?
Der Core umfasst alle Muskelgruppen zwischen Schultergürtel und Becken – einschließlich tiefer Bauch-, Rücken- und Beckenmuskulatur.
Er ist das strukturelle Zentrum des Körpers und sichert Stabilität, Körperhaltung und die effiziente Übertragung von Kräften zwischen Ober- und Unterkörper.
Antirotationsübungen adressieren gezielt die Fähigkeit, Rotations- oder Scherkräfte zu widerstehen – eine Kernanforderung in nahezu jeder HYROX-Disziplin.
Wie wird trainiert?
Das Training kombiniert statische Halteübungen (isometrisch) und dynamische Bewegungsvarianten:
Biomechanik & Funktion:
Der Core agiert als Kraftverteiler zwischen Unterkörper und Oberkörper.
Durch aktive Spannung („Bracing“) stabilisiert er die Wirbelsäule gegen Beugung, Streckung und Rotation.
In HYROX-spezifischen Bewegungen wie Sled Push, Burpee Broad Jump oder Farmer’s Carry verhindert ein stabiler Core Energieverluste und Fehlhaltungen.
Die Antirotationsfähigkeit ist besonders relevant bei einseitigen Belastungen (z. B. Sandbag Lunges), da sie Rotationsmomente neutralisiert.
Typische Fehler:
Übermäßiges Hohlkreuz (Hyperlordose), fehlende Atmungskontrolle, zu frühe Ermüdung durch mangelnde Grundspannung.
Auch häufig: isolierte Bauchübungen ohne Stabilisationsfokus, was funktionell wenig Nutzen bringt.
Warum wichtig:
Ein starker, reaktiver Core steigert Effizienz, schützt die Wirbelsäule und stabilisiert Bewegungen unter Last.
Er ist die Voraussetzung für kontrollierte Kraftübertragung in allen HYROX-Disziplinen – von Zug- und Druckübungen bis hin zu Sprung- und Wurfbewegungen.
Tipp: Nutze die Atemspannung („Bracing“): tief in den Bauch einatmen, Spannung halten, dann kontrolliert ausatmen. Halte Bewegungen präzise und ruhig – Qualität der Haltung ist wichtiger als Wiederholungszahl. Ergänze regelmäßig Rotations- und Antirotationsübungen, um Stabilität in allen Bewegungsebenen zu entwickeln.
Was ist das?
Explosivkrafttraining entwickelt die Fähigkeit, innerhalb kürzester Zeit hohe Muskelspannung aufzubauen.
Plyometrische Übungen nutzen den sogenannten Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus (DVZ), bei dem gespeicherte elastische Energie aus der Dehnphase sofort in Bewegungsenergie umgesetzt wird.
Diese Trainingsform verbessert Sprungkraft, Beschleunigung und Reaktivität – entscheidend für dynamische HYROX-Bewegungen wie Burpees, Weitsprünge oder Wall Balls.
Wie wird trainiert?
Biomechanik & Funktion:
Plyometrie trainiert die Reaktionsfähigkeit der Muskel-Sehnen-Einheiten.
Während der exzentrischen Phase (z. B. Landung) wird kinetische Energie gespeichert, die in der anschließenden konzentrischen Phase (z. B. Absprung) freigesetzt wird.
Eine starke Rumpf- und Hüftkontrolle sorgt dabei für Energieeffizienz und Gelenkschutz.
Das Zusammenspiel von Gluteus, Quadrizeps und Waden ist zentral für explosive Bewegungen in HYROX-Übungen wie Burpee Broad Jump oder Wall Balls.
Typische Fehler:
Harter Landekontakt, fehlende Voraktivierung des Cores, mangelnde Bewegungsamplitude oder übermäßiges Volumen.
Diese führen zu Gelenküberlastung und Leistungsabfall statt zu Reaktionsverbesserung.
Warum wichtig:
Explosivkraft steigert Beschleunigungsfähigkeit, Übergangsdynamik und Gesamtleistung.
Sie verbessert Startbewegungen (z. B. Sled Push-Antritt), Sprungkraft (Burpees, Lunges) und Energieeffizienz in zyklischen Bewegungen wie Laufen oder Rudern.
Tipp: Trainiere barfuß oder mit flachen Schuhen auf federndem Untergrund, um Fuß- und Sprunggelenksstabilität zu fördern. Achte auf weiche, kontrollierte Landungen – leise Schritte bedeuten gute Technik. Führe Explosivübungen früh in der Trainingseinheit aus, wenn das Nervensystem frisch ist.
Was ist das?
Regeneration und Mobility-Training bilden die physiologische Grundlage für Leistungssteigerung.
Während Training den Körper gezielt belastet und Mikrotraumata im Gewebe erzeugt, sorgt die Regeneration für deren Wiederaufbau und Anpassung.
Beweglichkeitsarbeit ergänzt diesen Prozess, indem sie muskuläre Spannung reduziert, Gelenkbeweglichkeit erhält und die Funktion der Faszien optimiert.
Gemeinsam sichern sie langfristige Belastbarkeit, Verletzungsprävention und Leistungsstabilität.
Wie wird trainiert?
Regeneration ist ein aktiver Prozess. Effektive Strategien beinhalten:
Biomechanik & Funktion:
Durch wiederholte HYROX-Belastung entstehen Spannungsunterschiede zwischen den Muskelketten.
Mobilitätstraining gleicht diese aus, erhält die Gleitfähigkeit der Faszien und verbessert die intramuskuläre Koordination.
Aktive Durchblutung fördert den Abtransport von Stoffwechselprodukten (z. B. Laktat) und beschleunigt den parasympathischen Erholungsprozess.
Elastische, gut hydratisierte Faszien verbessern wiederum Kraftübertragung und Bewegungsqualität – ein zentraler Faktor für effiziente Leistungsausführung.
Typische Fehler:
Zu wenig Schlaf, fehlende aktive Erholungsphasen, monotones Dehnen ohne Atmungskontrolle oder exzessives Rollen mit hoher Druckintensität.
Diese Fehler behindern Regeneration und können muskuläre Schutzspannungen verstärken, anstatt sie zu lösen.
Warum wichtig:
Nur wer ausreichend regeneriert, kann Trainingseffekte langfristig umsetzen.
Durch gezielte Entlastung und Mobilitätsarbeit werden Beweglichkeit, Koordination und Kraftübertragung optimiert.
Eine regelmäßige Regenerationspraxis fördert die neuronale Erholung, reduziert Muskelsteifigkeit und stärkt langfristig das Immunsystem – die Basis für konstante Leistungsentwicklung im HYROX-Training.
Tipp: Plane aktive Regeneration bewusst ein – z. B. Mobility-Flow, Yoga oder Atemfokus-Einheiten am Folgetag intensiver Trainingsblöcke. Nutze Kontrastduschen oder leichte Bewegung nach dem Training, um den Kreislauf anzuregen und die Muskelregeneration zu beschleunigen. Regeneration ist kein Ruhetag – sie ist Trainingszeit für den Wiederaufbau.
Kernaussage: Ergänzendes Training ist kein Zusatz, sondern Voraussetzung für Fortschritt im HYROX. Es schafft die Balance zwischen Belastung und Erholung, Kraft und Beweglichkeit – und bildet damit die Grundlage für nachhaltige, verletzungsfreie Leistungssteigerung.
Der menschliche Energiestoffwechsel bestimmt, wie Muskeln chemische Energie in mechanische Arbeit umwandeln. Im HYROX-Wettkampf werden alle drei Energiesysteme – anaerob-alaktazid, anaerob-laktazid und aerob – in wechselnder Intensität beansprucht. Die Fähigkeit, diese Systeme gezielt zu aktivieren und effizient zu kombinieren, entscheidet über Leistungsfähigkeit, Ermüdungsresistenz und Regenerationsgeschwindigkeit.
Dieses System liefert Energie für sehr kurze, hochintensive Belastungen von bis zu 10 Sekunden. Es nutzt gespeichertes Adenosintriphosphat (ATP) und Kreatinphosphat (KP) in der Muskulatur, ohne Sauerstoffbedarf und ohne Laktatbildung. Typische HYROX-Beispiele: Sled Push, Burpee-Abstoß oder der Startimpuls beim SkiErg. Ziel im Training ist, die Kreatinphosphatspeicher zu vergrößern und die Regenerationsrate zwischen intensiven Intervallen zu verbessern.
Training:
Kurze, explosive Intervalle (5–10 s) mit voller Intensität und langen Pausen (60–90 s).
Geeignet sind Sprints, Sprungübungen, Schlittenstöße oder Olympisches Heben in kontrollierter Technik.
Bei Belastungen zwischen 20 Sekunden und 2 Minuten dominiert die anaerobe Glykolyse. Hier wird Glukose ohne Sauerstoff zu Milchsäure (Laktat) abgebaut – ein Prozess, der rasch Energie liefert, aber auch zu muskulärer Übersäuerung führt. Diese Energiequelle wird im HYROX vor allem bei Disziplinen wie Burpee Broad Jump, Sled Pull oder Wall Balls beansprucht. Entscheidend ist die Fähigkeit, Laktat zu tolerieren und schnell wieder abzubauen.
Training:
Intervalle mittlerer Dauer (30–90 s) bei 80–90 % der Maximalleistung, z. B. Row- oder SkiErg-Sprints, Burpee-Intervalle oder Plyometrie-Serien.
Pausen zwischen 1:1 und 1:2, um unvollständige Erholung zu simulieren – genau wie im Wettkampf.
Das aerobe System nutzt Sauerstoff, um Energie aus Kohlenhydraten und Fetten zu gewinnen. Es arbeitet langsamer, dafür langanhaltend und effizient – Grundlage für alle Laufsegmente und die Erholung zwischen den Stationen. Trainierte Athlet:innen verfügen über eine höhere kapilläre Dichte, bessere Mitochondrienfunktion und effizientere Fettverbrennung, was die Ermüdung deutlich verzögert.
Training:
Längere, gleichmäßige Ausdauerläufe (Zone 2), Intervallformen wie 4×4 Minuten bei 85 % HFmax oder kombinierte Hybrid-Einheiten (z. B. Run + Row).
Ergänzend: aktive Regenerationseinheiten mit niedriger Herzfrequenz zur Förderung des parasympathischen Systems.
Praxisbezug & Kernaussage:
HYROX ist ein Hybridsport – er verlangt die gleichzeitige Nutzung aller Energiesysteme.
Der Wechsel zwischen hochintensiven Kraftaufgaben und aeroben Laufphasen trainiert den Körper, Energiequellen flexibel zu steuern und Laktat effizient zu recyceln.
Wer den Energiestoffwechsel versteht, kann Trainingszonen gezielt planen, Regeneration beschleunigen und die Gesamtleistung messbar steigern.
HYROX stellt hohe Anforderungen an den Bewegungsapparat – wiederholte, hochintensive Belastungen wirken auf Kniegelenke, Lendenwirbelsäule und Schulterkomplex. Präventives Training zielt darauf ab, stabilisierende Muskelgruppen zu kräftigen, Bewegungskontrolle zu verbessern und Überlastungen frühzeitig vorzubeugen. Ebenso wichtig ist eine gezielte Regeneration, um die physiologischen Anpassungen an das Training zu ermöglichen und das Verletzungsrisiko zu minimieren.
Verletzungsprophylaxe im HYROX basiert auf drei Säulen:
Empfohlene Präventionsübungen:
Plank-Variationen (mit Bewegungskontrolle), Hip Thrusts, Face Pulls, Y-T-W-H-Drills und Einbeinstand mit Rotation.
Kurze, regelmäßige Einheiten (10–15 Minuten, 3–4× pro Woche) reichen aus, um muskuläre Dysbalancen auszugleichen und Stabilität dauerhaft zu verbessern.
Regeneration ist kein passiver Zustand, sondern ein aktiver physiologischer Prozess. Nur während der Erholungsphasen kann der Körper Mikroverletzungen reparieren, Energiespeicher auffüllen und neuromuskuläre Anpassungen festigen. Ohne ausreichende Regeneration drohen Leistungseinbrüche, muskuläre Dysbalancen und chronische Überlastungen.
Zentrale Regenerationsmaßnahmen:
Eine kontrollierte Trainingsplanung ist der Schlüssel zur langfristigen Leistungsentwicklung. Regelmäßige Erfassung von Herzfrequenz, Schlafqualität und subjektivem Belastungsempfinden ermöglicht die frühzeitige Erkennung von Übertraining. Tools wie Rate of Perceived Exertion (RPE) oder Heart Rate Variability (HRV) dienen als wertvolle Indikatoren für individuelle Anpassungsfähigkeit.
Merksatz: Fortschritt entsteht in der Erholung – nicht im Training. Regeneration ist kein Luxus, sondern der entscheidende Faktor für Leistungssteigerung und Verletzungsfreiheit. Nur wer Pausen gezielt einplant, kann dauerhaft auf hohem Niveau trainieren.
Die fachlichen Inhalte dieses Lehrtextes basieren primär auf den offiziellen Lehrskripten der AOS (Academy of Sports). Ergänzend wurden allgemein anerkannte sportwissenschaftliche Grundlagen aus Trainingslehre, Anatomie, Physiologie und Biomechanik herangezogen, wie sie in der einschlägigen Fach- und Ausbildungsliteratur sowie den in den AOS-Lehrskripten aufgeführten Referenzen etabliert sind.
Die inhaltliche Ausarbeitung erfolgte durch systematische Zusammenführung und didaktische Aufbereitung dieser Lehrskripte. Die darin enthaltenen sportwissenschaftlichen Grundlagen (u. a. nach Weineck, Schnabel, Zintl) sind Bestandteil des AOS-Curriculums und wurden im vorliegenden Lehrtext auf die spezifischen Anforderungen funktioneller Fitnessformate angewendet.
Hinweis:
Der Lehrtext stellt eine zusammenfassende und praxisorientierte Darstellung der AOS-Lehrinhalte dar.
Die Übertragung der theoretischen Grundlagen auf das HYROX-Training erfolgt als eigenständige didaktische
Anwendung und ist nicht Bestandteil des offiziellen AOS-Curriculums.
Die Beschreibung des HYROX-Wettkampfformats, der Disziplinabfolge sowie der Kategorien basiert auf den offiziellen Veröffentlichungen des Veranstalters HYROX World GmbH und dient der sachlichen Einordnung der Wettkampfstruktur.
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