Das 7‑Dimensionen‑Modell ethischer Lebensführung

Ein integratives Orientierungsmodell für klares Denken, emotionales Verstehen und verantwortliches Handeln – philosophisch fundiert, psychologisch fundiert, praktisch erprobt.

Relevanz für: Selbstführung · Beziehung · Bildung · Organisationsentwicklung · gesellschaftliche Orientierung

Veröffentlicht: 30. Januar 2026
Aktualisiert: 30. Januar 2026, 07:15 Uhr
Mathias Ellmann

Mathias Ellmann – Entwickler des 7‑Dimensionen‑Modells für ethische Orientierung und integrierte Selbstführung. Mehr auf mathiasellmann.de

Einleitung

In einer Welt, die von Beschleunigung, Komplexität und widersprüchlichen Erwartungen geprägt ist, geraten viele Menschen aus dem Gleichgewicht. Der Wunsch nach einem sinnvollen Leben bleibt oft hinter alltäglichem Druck, emotionaler Erschöpfung oder moralischer Orientierungslosigkeit zurück. Persönliche Beziehungen, berufliche Entscheidungen oder gesellschaftliche Herausforderungen fordern uns nicht nur fachlich – sondern auch ethisch, emotional und existenziell.

Doch wie findet man inmitten all dessen einen verlässlichen inneren Kompass? Wie gelingt ein Leben, das nicht nur funktioniert, sondern auch stimmig ist – mit sich selbst und mit anderen? Was es braucht, ist ein Modell, das nicht auf äußere Regeln reduziert ist, sondern auf innere Kohärenz zielt: eine Orientierung, die Denken, Fühlen und Handeln gleichermaßen ernst nimmt.

Das 7‑Dimensionen‑Modell ethischer Lebensführung bietet eine solche Orientierung. Es verbindet philosophische Grundsätze, psychologische Einsichten und praktische Lebenssituationen zu einem integrierten Rahmen, der sowohl reflektiert als auch anwendbar ist. Jede der sieben Dimensionen beleuchtet einen zentralen Aspekt menschlichen Lebens – von moralischer Integrität über emotionale Selbstklärung bis hin zu gesellschaftlicher Verantwortung.

Ziel ist keine moralische Perfektion, sondern eine stimmige, handlungsfähige Lebensführung: offen für Entwicklung, bewusst im Umgang mit anderen, klar im Blick auf das eigene Handeln. Das Modell lädt dazu ein, ethische Orientierung nicht als abstraktes Regelwerk, sondern als lebendigen Prozess innerer Integration zu verstehen – in Alltag, Beziehung, Bildung, Beruf und Gesellschaft.

Überblick: Die sieben Dimensionen

Das 7‑Dimensionen‑Modell gliedert menschliche Lebensführung in sieben grundlegende Felder, in denen sich ethische Orientierung, psychologische Dynamiken und praktische Handlungskompetenz überschneiden. Jede Dimension beleuchtet einen Aspekt innerer und äußerer Lebensgestaltung – individuell bedeutsam, aber erst im Zusammenspiel vollständig wirksam.

Die Reihenfolge ist kein starres Stufenschema, sondern ein reflexiver Pfad: Er beginnt bei moralischen Grundfragen und endet bei praktischer Handlungsfähigkeit. In der Realität greifen diese Dimensionen jedoch oft ineinander – dynamisch, kontextabhängig, miteinander vernetzt. Ihre bewusste Integration schafft innere Kohärenz und ethisch tragfähige Lebensgestaltung.

1. Ethik des Handelns

Diese Dimension fragt radikal: Was ist das Richtige zu tun? – auch wenn es unbequem, unpopulär oder ohne unmittelbare Belohnung bleibt. Sie richtet sich nicht nach Konvention, Gruppenzugehörigkeit oder kurzfristigem Nutzen, sondern nach inneren Maßstäben wie Gewissen, Prinzipien und menschlicher Würde.

Damit fordert diese Dimension ein ethisches Rückgrat: die Fähigkeit, aus eigener Überzeugung zu handeln – auch gegen äußere Erwartungen. Sie fragt nicht: „Was bringt mir das?“ oder „Was denken die anderen?“, sondern: „Kann ich diese Handlung vor mir selbst und der Menschheit verantworten?“

Philosophische Grundlage

Im Zentrum steht die deontologische Ethik, vor allem Immanuel Kants Pflichtethik. Moralisches Handeln orientiert sich demnach nicht am Ergebnis, sondern an der inneren Struktur des Willens: Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.

Der Mensch darf niemals bloß Mittel sein – auch nicht für noch so hehre Ziele. Jede Handlung muss die Würde und Autonomie anderer achten. Dieses Denken ist nicht starr, sondern zutiefst humanistisch: Es traut dem Menschen Urteilskraft, Vernunft und moralische Selbstgesetzgebung zu.

Alltagskompetenz: Moralisch Denken üben

Ethisch zu handeln bedeutet nicht, perfekte Antworten zu haben, sondern die richtigen Fragen zu stellen – und sich nicht hinter Ausreden, Gruppendruck oder „alle machen das so“ zu verstecken. Es geht darum, moralische Intuition mit begründeter Reflexion zu verbinden.

Leitfragen zur Anwendung:

Praktische Szenarien

Bezug zu Emotionen

Moralisches Handeln ist oft emotional herausfordernd: Es kann bedeuten, sich unbeliebt zu machen, Grenzen zu setzen oder innere Konflikte zu riskieren. Diese Dimension ermutigt, Gefühle wahrzunehmen – aber nicht zum Maßstab des Richtigen zu machen. Gefühle sind wertvoll, aber sie dürfen die Urteilskraft nicht ersetzen.

Lernprozesse & Bildung

Diese Dimension ist zentral für jede ethische Bildung: Kinder, Jugendliche und Erwachsene brauchen Vorbilder, Kriterien und Räume zur moralischen Klärung. Nicht durch Dogmen, sondern durch Dialog, Fallbesprechungen und das Einüben moralischer Urteilskraft. Das Ziel ist nicht Moralismus, sondern Orientierung, Mut und Selbstverantwortung.

Gesellschaftlicher Kontext

In einer Zeit moralischer Pluralität und digitaler Empörungskultur braucht es mehr denn je die Fähigkeit, aus eigener moralischer Haltung heraus zu handeln, statt sich von Meinungslagen oder Populismus treiben zu lassen. Diese Dimension schützt vor Zynismus, Konformismus und moralischer Beliebigkeit.

Fazit

Die Ethik des Handelns ist keine moralische Komfortzone – sie ist ein Trainingsraum für Haltung, Urteil und Integrität. Sie beginnt im Kleinen, wirkt im Großen – und zeigt sich vor allem dann, wenn niemand zuschaut.

2. Menschenrechte, Legitimität & moralische Orientierung

Diese Dimension verankert ethisches Handeln im Horizont einer universellen Ethik: der Anerkennung der gleichen Würde aller Menschen, jenseits kultureller, religiöser, politischer oder ökonomischer Unterschiede. Während die erste Dimension individuelle Prinzipientreue betont, fragt diese: Was sind überindividuelle Maßstäbe für gerechtes, legitimes und moralisch verantwortbares Handeln in der Gesellschaft?

Zentral sind hier Konzepte wie die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (UNO, 1948) oder die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte (Frankreich, 1789). Diese Texte formulieren Rechte, die allen Menschen allein aufgrund ihres Menschseins zustehen – unabhängig von Staatsbürgerschaft, Herkunft, Geschlecht, Leistung oder Weltanschauung. Sie verbinden ethische mit juristischer Orientierung und schaffen ein normatives Fundament für legitime Politik, Rechtsprechung und soziale Ordnung.

Konflikte und Spannungsfelder

Menschenrechte sind nicht bloß schöne Worte – sie sind konflikthaft. Immer wieder geraten sie in Spannungsfelder:

Wesentliche Einsichten dieser Dimension

Praktische Anwendungsfelder

In der Schule: Diskriminierung erkennen, Vielfalt schützen, Teilhabe ermöglichen.

In Organisationen: Faire Verfahren schaffen, Machtverhältnisse hinterfragen, Diversität wertschätzen.

In politischen Debatten: Menschenrechtsrhetorik prüfen – wer beruft sich wie darauf, wer wird ausgeschlossen?

Im Alltag: Ungleichbehandlung nicht hinnehmen. Zivilcourage zeigen. Für Schutzlose eintreten – auch im Kleinen.

Bewusstseinsbildung

Diese Dimension schult ein ethisches Bewusstsein, das über den eigenen Erfahrungshorizont hinausgeht. Sie verlangt die Fähigkeit, strukturelle Ungleichheit zu erkennen, Solidarität über Grenzen hinweg zu denken und eigene Privilegien zu reflektieren.

Fazit

Wer Menschenrechte nur als rechtliches Konstrukt begreift, übersieht ihren moralischen Kern: Sie sind der weltweit formulierte Anspruch, dass kein Mensch zum Objekt gemacht werden darf – weder durch Gewalt noch durch Gleichgültigkeit. Diese Dimension fordert dazu auf, mitzudenken, mitzufühlen und mitzuwirken – an einer Welt, in der Menschenwürde nicht nur proklamiert, sondern praktisch verteidigt wird.

3. Grundbedürfnisse & Motivation

Warum handeln Menschen gegen ihre Überzeugungen? Warum bleiben sie in ungesunden Mustern? Warum fällt es so schwer, sich zu verändern – selbst bei klarem Verstand? Diese Dimension liefert eine psychologische Antwort: Weil grundlegende menschliche Bedürfnisse nicht gesehen, nicht erfüllt oder unbewusst gesteuert sind.

Basierend auf Ansätzen von Freud (Triebtheorie), Adler (Minderwert & Lebensstil), Maslow (Bedürfnishierarchie) sowie moderner Motivations- und Bindungspsychologie unterscheidet diese Dimension fünf zentrale Grundbedürfnisse:

Psychologische Bedeutung

Diese Bedürfnisse sind nicht moralisch – sie sind menschlich. Doch wenn sie chronisch unerfüllt sind, steuern sie unser Denken, Fühlen und Verhalten auf subtile Weise: über Kompensation, Vermeidung, Idealisierung oder emotionale Abwehr. Das erklärt vieles: warum Menschen aggressiv werden, sich unterordnen, manipulieren, sich anpassen, rebellieren oder blockieren.

Wer die Sprache dieser Bedürfnisse versteht, kann:

Praktische Anwendungsfelder

In Beziehungen: Bedürfnisbotschaften wahrnehmen – statt Schuldzuweisungen. Nähe zulassen, ohne Autonomie zu verlieren.

In der Selbstführung: Emotionen als Signale ungestillter Bedürfnisse lesen. Selbstfürsorge mit Eigenverantwortung verbinden.

In Organisationen: Psychologische Sicherheit schaffen, Beteiligung ermöglichen, Sinn kommunizieren – statt nur Leistung zu fordern.

In der Gesellschaft: Soziale Spannungen als Ausdruck kollektiver Bedürfnisverletzungen verstehen (z. B. nach Zugehörigkeit, Respekt, Gerechtigkeit).

Ethik trifft Empathie

Diese Dimension erweitert das ethische Denken: Sie lädt ein, Moral nicht gegen Psychologie auszuspielen. Sie zeigt: Hinter destruktivem Verhalten liegt oft keine Böswilligkeit, sondern ein ungestilltes Bedürfnis – das gesehen und integriert werden will. Sie fragt nicht: Was fehlt dem Menschen an Moral? Sondern: Was fehlt ihm an innerer Sicherheit, Verbindung oder Sinn?

Fazit

Wer diese Dimension integriert, kann empathisch urteilen, ohne zu verharmlosen – und moralisch handeln, ohne zu verurteilen. Sie ist ein zentraler Schlüssel für Verständnis, Selbststeuerung und mitfühlende Ethik.

4. Gesellschaftliche Orientierung

Der Mensch ist nie nur Individuum – er ist immer auch Teil von Systemen: Familie, Schule, Arbeitsplatz, Kultur, Staat. Diese Dimension untersucht, wie gesellschaftliche Strukturen, Machtverhältnisse und kulturelle Normen unser Denken, Fühlen und Handeln formen – oft unbewusst, aber tiefgreifend.

Sie fragt: In welchen sozialen Rahmenbedingungen bewegen wir uns? Welche Erwartungen, Zwänge und Narrative prägen unsere Entscheidungen? Wie beeinflussen Medien, Ideologien oder wirtschaftliche Interessen unser Weltbild – ohne dass wir es bemerken?

Kernfragen dieser Dimension

Gesellschaftliche Bedingungen erkennen

Diese Dimension sensibilisiert für strukturelle Bedingungen von Moral: Armut, Bildung, Geschlecht, Herkunft, Sprache, Zugang zu Ressourcen. Sie lädt ein, ethisches Handeln nicht nur als Privatsache zu sehen, sondern als gesellschaftlich eingebettete Praxis.

Wer diese Dimension ernst nimmt, erkennt:

Praktische Anwendungsfelder

Im Bildungskontext: Machtverhältnisse im Klassenzimmer reflektieren. Wer spricht? Wer wird gehört?

Im Berufsleben: Rollenverteilungen analysieren – z. B. wer Verantwortung trägt, wer Anerkennung bekommt.

Im Alltag: Kulturelle Stereotype hinterfragen, Konsumentscheidungen politisch lesen, Ungerechtigkeit nicht als „gegeben“ hinnehmen.

In der Politik: Strukturen benennen, die Ungleichheit zementieren – und Handlungsspielräume sichtbar machen.

Fazit

Gesellschaftliche Orientierung heißt nicht bloß, sich zurechtzufinden – sondern Position zu beziehen. Es geht um kritische Selbstverortung in sozialen Gefügen: Wer bin ich in dieser Ordnung? Wo wirke ich mit? Wo will ich widersprechen? Diese Dimension verbindet Ethik mit politischem Bewusstsein, struktureller Sensibilität und sozialer Verantwortung.

5. Psychologische Rollenmuster

Viele Konflikte entstehen nicht durch bewusste Entscheidungen, sondern durch unbewusste Reaktionsmuster – psychologische Rollen, die wir automatisch einnehmen, wenn wir unter Stress geraten, uns verletzt fühlen oder alte Erfahrungen reaktivieren. Diese Dimension untersucht solche Muster und hilft, psychische Autonomie und Beziehungsbewusstsein zu entwickeln.

Das Dramadreieck nach Karpman

Das Dramadreieck (Stephen Karpman) ist ein Modell, das typische Rollenmuster in Konfliktdynamiken beschreibt:

Diese Rollen sind meist nicht bewusst gewählt – sie entstehen aus biografischen Prägungen, familiären Dynamiken und unreflektierten Glaubenssätzen. Das Problem: Sie halten Konflikte fest, verhindern echte Kommunikation und blockieren Entwicklung.

Auswege: Die Bühne verlassen

Praktische Anwendungsfelder

In der Familie: Wenn Eltern immer retten oder Partner sich ständig anklagen – wie kann neue Klarheit entstehen?

Im Team: Wer übernimmt zu viel? Wer meidet Verantwortung? Wie lassen sich Rollen ansprechen, ohne zu verletzen?

In der Selbstführung: Erkenne ich meine Trigger? Handle ich frei oder reaktiv? Wo brauche ich emotionale Klarheit?

Fazit

Diese Dimension ist essenziell für psychische Reife, Beziehungsfähigkeit und emotionale Klarheit. Sie lehrt, nicht in alten Mustern zu reagieren, sondern bewusst neue Rollen einzunehmen – reflektiert, eigenverantwortlich, authentisch.

6. Heilung & Integration

Nicht alle inneren Prozesse lassen sich durch Logik oder moralisches Urteilen lösen. Viele innere Blockaden, Ängste, Zweifel oder Selbstsabotage wurzeln in unverarbeiteten emotionalen Erfahrungen, die sich der Sprache oder dem rationalen Zugriff entziehen. Diese Dimension eröffnet einen Raum für tiefergehende Integration – über das Denken hinaus.

Warum diese Dimension wichtig ist

Wer innere Verletzungen ignoriert oder nur analysiert, bleibt oft in kognitiver Distanz. Heilung bedeutet nicht nur Verstehen, sondern Verwandlung – einen Prozess des Annehmens, Fühlens, Neuordnens und Integrierens. Sie betrifft sowohl persönliche als auch kollektive Erfahrungen (z. B. Trauma, Scham, Schuld, Entfremdung).

Wichtige Werkzeuge und Zugänge

Heilende Erkenntnisse

Anwendungsfelder

Im persönlichen Wachstum: Umwandlung innerer Blockaden in Kraftquellen, Stärkung des Selbstwerts, Aussöhnung mit sich selbst

In Beziehungen: Eigene emotionale Altlasten nicht auf andere projizieren, mehr Tiefe und Echtheit zulassen

In Beratung, Therapie, Coaching: Heilung als Entwicklungsziel verstehen – nicht als Schwäche, sondern als Reifung

In sozialen Kontexten: Kollektive Wunden (z. B. Generationentrauma, Ausgrenzung) sichtbar machen und heilsam bearbeiten

Fazit

Diese Dimension ist keine „weiche“ Ergänzung, sondern ein zentraler Bestandteil ganzheitlicher Lebensführung. Ohne emotionale Integration bleibt Entwicklung oberflächlich. Wer sich dieser Ebene stellt, fördert innere Versöhnung, emotionale Tiefe und spirituelle Reife – für sich selbst und für das Miteinander.

7. Handlung & Entscheidung

Diese abschließende Dimension führt alle vorhergehenden Ebenen zusammen – Ethik, Psychologie, Bedürfnisse, Gesellschaft, Rollen und emotionale Integration – mit dem Ziel, bewusst, reflektiert und verantwortlich zu handeln. Denn Erkenntnis ohne Umsetzung bleibt folgenlos. Es braucht Entscheidungskraft, Orientierung und Mut – besonders in Unsicherheit, Ambivalenz oder sozialem Druck.

Grundlagen dieser Dimension

Typische Blockaden

Fähigkeiten, die hier entwickelt werden

Praktische Anwendungsfelder

Im Alltag: Entscheidungen im Umgang mit Konflikten, Konsum, Zeit, Aufmerksamkeit, Kommunikation

Im Beruf: Prioritätensetzung, ethisches Entscheiden unter Druck, Umgang mit Zielkonflikten oder Ambiguität

In Führung & Pädagogik: Vorbildfunktion in Entscheidungen übernehmen – Klarheit leben statt nur fordern

In Übergängen & Krisen: Neuorientierung, Standortbestimmung, aktives Gestalten statt passives Erdulden

Fazit

Diese Dimension ist das operative Zentrum reflektierter Lebensführung. Sie verkörpert das Ideal, nicht nur zu wissen, sondern auch zu tun – in Übereinstimmung mit den vorherigen Dimensionen. Wer sie stärkt, wird entscheidungsfähig, verantwortungsbewusst und handlungsstark – auch in Zeiten, in denen viele passiv bleiben.

Fazit: Denken, Fühlen, Handeln – integriert und verantwortlich

Das 7‑Dimensionen‑Modell ethischer Lebensführung ist kein abstraktes Theoriegebäude, sondern ein praktischer Orientierungsrahmen – für Menschen, die mit sich, anderen und der Welt bewusster, klarer und verantwortungsvoller umgehen wollen. Es hilft dabei, komplexe Situationen zu durchdringen, innere Klarheit zu entwickeln und reflektiert zu handeln – im Alltag, in Beziehungen, in Bildung, Führung oder gesellschaftlichem Engagement.

Charakter der sieben Dimensionen

Jede Dimension steht für eine Schlüsselkompetenz der Lebensführung:

Praktische Einsatzmöglichkeiten

Das Modell lässt sich vielseitig nutzen – je nach Kontext und Zielsetzung:

Haltung statt Rezept

Dieses Modell gibt keine schnellen Antworten – aber es lehrt, bessere Fragen zu stellen. Es lädt ein zu einer Haltung der Verantwortlichkeit, Verbundenheit und inneren Klarheit – in einer Zeit, die oft von Reizüberflutung, Polarisierung und Unverbindlichkeit geprägt ist.

Wer diese sieben Dimensionen nicht nur versteht, sondern anwendet, entwickelt tieferes Urteilsvermögen, gereiftere Persönlichkeit und verantwortungsfähige Handlungskraft. Das ist kein Ideal fern der Realität – sondern ein realistischer, lernbarer Weg zu integrierter Menschlichkeit.

Weitere Artikel zur gesellschaftlichen Verantwortung

Gesellschaftliches Handeln erfordert ethisches Bewusstsein, Zivilcourage und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Die folgenden Beiträge vertiefen zentrale Aspekte ethischer Orientierung im sozialen Kontext.

Cybercrime und gesellschaftliche Verantwortung

Digitale Ethik, Prävention und Handlungspflicht in einer zunehmend vernetzten Welt.

Zivilcourage & Selbstschutz

Handlungssicherheit, moralische Klarheit und ethisches Eingreifen in Gefahrensituationen.

„Bernarda Albas Haus“: Ethik und Verantwortung

Eine literarisch-philosophische Reflexion über Macht, Kontrolle und moralisches Versagen.

Fachliteratur & Konzepte

I. Maximen für menschliches Handeln

  1. Kant, I. (1785/2020). Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Reclam. – Klassische Pflichtethik und Fundament der deontologischen Ethik.
  2. Mitchell, P. et al. (2021). Das Buch der Rechtsgeschichte. Dorling Kindersley. – Überblick zu Rechtsentwicklung und ethischer Legitimation.
  3. Buckingham, W. et al. (2011). Das Philosophie-Buch. Dorling Kindersley. – Einführung in ethisches Denken von Antike bis Gegenwart.
  4. Rawls, J. (2006). Gerechtigkeit als Fairneß – ein Neuentwurf. Suhrkamp. – Liberal-theoretische Grundlagen sozialer Gerechtigkeit.
  5. Becker, C. et al. (2014). Was jeder wissen muss. Dudenverlag. – Kompakte Einführung in gesellschaftlich relevantes Orientierungswissen.

II. Menschenrechte, Moral und Justiz

  1. DK Verlag (2020). #dkinfografik: Politik einfach verstehen. Dorling Kindersley. – Visuelle Aufbereitung politischer Prinzipien und Menschenrechte.

III. Grundmotivationen (Grundbedürfnisse)

  1. Freud, S. (1923). Das Ich und das Es. Int. Psychoanalytischer Verlag. – Psychoanalytische Grundlagen innerpsychischer Konflikte.
  2. Freud, S. (2014). Gesammelte Werke. Anaconda Verlag. – Überblick zum Gesamtwerk und den frühen Konzepten der Bedürfnisstruktur.
  3. Adler, A. (2008). Menschenkenntnis. Anaconda Verlag. – Individualpsychologie mit Fokus auf Selbstwert, Lebensstil und soziale Eingebundenheit.
  4. Adler, A. (2012). Praxis und Theorie der Individualpsychologie. Anaconda Verlag. – Anwendung psychologischer Prinzipien auf das soziale Miteinander.
  5. Correll, W. (2015). Menschen durchschauen und richtig behandeln. mvg Verlag. – Alltagspsychologie mit Bezug zu typischen Bedürfnisfallen.
  6. Hemmings, J. et al. (2019). #dkinfografik – Psychologie im Alltag. Dorling Kindersley, München. – Visualisierung kognitiver Prozesse, Motivation und Entscheidungsverhalten.

IV. Gesellschaftliche Orientierung

  1. Verfassungsrat (1789). Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte. – Historische Grundlegung moderner Menschenrechte.
  2. UN (1948). Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Resolution 217 A (III). – Globaler Maßstab für legitimes Handeln.
  3. Kelly, P. et al. (2014). Das Politik-Buch. Dorling Kindersley. – Politische Philosophie und Strukturen kompakt dargestellt.
  4. Weeks, M. (2019). Kernfragen Philosophie. Dorling Kindersley. – Ein Überblick über ethische Fragen des Zusammenlebens.
  5. Szudek, A. et al. (2020). #dkinfografik: Philosophie im Alltag. Dorling Kindersley. – Verständliche Darstellung ethischer Konzepte im Lebenskontext.

V. Psychologische Rollenmuster: Opfer – Verfolger – Retter

  1. Karpman, S. B. (2016). Ein Leben ohne Spiele. Process Training. – Ursprung und Erklärung des Dramadreiecks.
  2. Petitcollin, C. (2008). Da mach ich nicht mehr mit! Herder. – Umgang mit emotionalen Manipulationsmustern.
  3. Petitcollin, C. (2016). Psychospiele durchschauen. Trinity. – Praktische Hilfen zum Ausstieg aus destruktiven Rollen.

VI. Heilung & Symbolarbeit

  1. Salomé, J. (2006). Einfühlsame Kommunikation. Junfermann Verlag. – Verbindung von Kommunikation, Symbolarbeit und innerer Klärung.

VII. Handlung & Entscheidung

  1. van Stappen, A. (2015). Grenzen setzen. Trinity. – Entscheidungsfähigkeit in sozialen und persönlichen Kontexten.
  2. Covey, S. R. (2018). Die 7 Wege zur Effektivität. Gabal. – Klassiker zu Proaktivität, Zielklarheit und Umsetzung.
  3. Levine, R. (2015). Die große Verführung. Piper. – Psychologie der Beeinflussung und Entscheidungsfallen.
  4. Hammond, J. S. et al. (2015). Smart Choices. Harvard Business Review Press. – Systematische Entscheidungsmodelle für Alltag und Beruf.

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